Lexikon


Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Alle
Dialekt Beschreibung Sound
Båchofnwind (m) Föhn
Bagaasch (f) Gesindel, Pack, Saubande
Baikei (n) viereckige Lücke mit Deckel am Plafond über dem Ofen, um die Wärme in den darüberliegenden Raum zu lassen
balantan hinauskomplimentieren
balergan sehr direkt hinauskomplimentieren
Bambliah (nur Mz) Baumblüten
Bamhackè (n) Dreckrand am Fuß, vor allem am Rist - auch: Specht
Båmpf (m) zu dicker unansehnlicher Brei zum Essen
Bockhaut - ôidè Bockhaut (n) eigensinniges, stures Pferd - freundschaftlicher Gruß unter Männern
båmpfat dick angezogen
bockn brünstige Ziegen, übermütiges Springen von Rindern, Pferden aber auch Kindern
båmpfn gierig schnell hineinstopfen beim Essen
Bockôuscht (n) schwierig zu bewirtschaftendes Feld
Båndåst (m) schwerer, behäbiger, unangenehmer Mensch
bodn - iatz is' bodn etwas noch im letzten Augenblick fertiggemacht haben - jetzt ist es gemacht, fertig
Bandl - éppan an Bandl hô(b)m (n) Bändchen - jemanden im Griff haben bzw. Macht über jemanden ausüben
bandln mit jemandem liiert sein
Banggei (n) Blättermagen der Wiederkäuer
baraawan Hilfsarbeit machen
Bôdwaschl (m) Waschlappen
Bôgarat (f) Gestell, bzw. provisorische Plattform
Bognsôg (f) Säge, bei der das Blatt durch einen Bogen an beiden Enden eingespannt ist
Bôhr (f) Bahre
Boi(d)l (f) kleine Kügelchen, z.B.: Ziegenkot
bôid - bôidamôi bald - bald einmal, demnächst
Bôikn - Baikei (m) Fensterladen - (n) kleiner Fensterladen
Bôin (m) Ball, Ballen
Bois - Boisei - a Bois uichè (f) Zeitabschnitt, (kurze Zeit), eine Weile; in Verkleinerungsform: Boisei - a Bois uichè heißt: eine zeitlang
Bårchandt (m) einseitg gerauhter Stoff, meist Mischgewebe aus Baumwollgarn und Leinen, allgemein österreichisch: Barchent""
boisnsgweis manchmal, zeitweise
Bårchandtleich (n) Leintuch aus Flanellstoff
Bårfuaßschliidn (m) Schlitten ohne Eisenkufen, nur aus Holz
Bårg (m) männliches, kastriertes Schwein
böivan laut und aufsässig schimpfen, vgl. auch: beefan
bårggln stolpern
bolèsch angetrunken sein, betrunken sein, rabiat
bärig eindrucksvoll, großartig, toll
Boock (m) Dreibein in Schmiede, wo das Pferd beim Beschlagen den Huf aufsetzen muss; aber auch: Bock
bôôkhaxat unbedeckte Beine
Bóónhockerl (n) Bodendecker-Gewächs
Bóónhuttn (m) Teppich, auch: Aufwischfetzen
Bóónrecht - s'Bóónrecht nit aufge(b)m (n) im Grundsätzlichen Recht haben - vom Standpunkt nicht abgehen wollen
bòònscheichè Hosn eine zu kurze bodenscheue" Hose"
Bòònwoaz (m) Pflanze namens kleine gelbe Fetthenne, Sedum acre
bôôs passend, gut brauchbar
bôôsa besser
boowèn dicken Rauch machen, qualmen, quellender Nebel
Boschn junger Nadelbaum
Bôschu (m) dieses Wort bezeichnet eine Ähnlichkeit im Aussehen von Personen
bôù pflügen, bauen
bôuhn bohren
Bôukirch (f) Kirchenempore
Bôuschtkéhra (m) Handbesen - Haarbesen
Bôuschtwisch (m) Handbesen - Haarbesen
bôussn ausschütteln, schütteln, rütteln
bowèn, aufa bowèn heraufstrudeln von Wasser, sieden
Boxln (f) Frucht des Johannesbrotbaumes
Braadlèng (m) Täubling
Braadtatschei (n) Faschierte Laibchen
bracha Fleeck brachliegende Stelle, wo nichts angebaut wird
Bårm - an Bårm auffèhém (m) Futtertrog für das Vieh - das Vieh beim Füttern knapp halten, auch einen Menschen allgemein kurz halten
brachtn tratschen, schwätzen, unsinniges reden, prahlen
bårmgrantig platzneidig, wenn man seinen Platz behaupten will
Brachtwaawal (f) Plaudertasche, Schwätzerin,
Bårmstock (m) Kletzenbrot ohne beide Scherze, auch: Holzstock zum Höherstellen eines Futtertroges
branddalan wenn es nach Feuer bzw. Brand riecht
Bärndreeck (m) Lakritze
Bråndfuaß (m) offener Fuß
Bärntåtzn (m) Ziegenbart-Pilz
brandèg brennend, extremes Durstempfinden nach durchzechter Nacht
Barras (m) Militär
Bråndreita (m) Hausrotschwanz (Vogel)
Bransch - dé gånz Bransch (f) Gruppe - die ganze Gruppe von zusammengehörenden, z.B.: Verein, Familie, Clique, Team etc.
Bradlkoch (n) Weizenkoch mit geschnetzeltem Fleisch
Bäruméss (f) Waldameise
Braù (f) Augenbraue
Bascht (m) Dialektform für Bartholomäus
Breàggei (n) weinerliches Herabziehen der Mundwinkel bei Kindern
Bäschtè (m) Mann, der gerne üble Scherze mit Leuten treibt, vgl. auch Hôôrangangg
Brechè (f) geschwätziges Weib, das besonders gerne über die Leute redet, aber auch Gerät zum Geschmeidig-Machen von Hanf bzw. Flachs
baschtln vgl. Neidei" jedoch von einem unrasierten Mann"
Båschz - kloaner Båschz (m) ein kleines Kind, Baby
Basei (n) Cousine und allgemein eine weitere verwandte
Brechèloch (n) Vorrichtung zum Trocknen von Flachs bz. Hanf
Brechènuuln (f) im Fett gebackene Nudeln, die es nach der Flachsarbeit gab
Bréckè (n) ein kleiner Brocken, ein Stück
Bréckei låchn sich übergeben - eigentlich: Bröckchen lachen
Bredseit (f) mit den Jahrringen verlaufende Seite beim Klieben von Holz
Baseimagga (m) einer, der sich mit seiner Cousine einlässt
breedlbroad beansprucht viel Platz
Breedlènger (m) niedere Holzschuhe
Breedler (m) hohe Holzschuhe
Breedlhéppèn (f) wohlbeleibte behäbige, unbewegliche Person
Bätt (f) Rosenkranzkette
breedln jemanden übervorteilen
bauchweeïg wird einem bei etwas Unangenehmen, daß einem schlecht werden könnte
Bréém, bréémèg (f) Pferdebremse, ein bréémiger" Tag ist sehr schwül, meist vor einem Gewitter, wenn das Ungeziefer (Pferdebremsen und Fliegen) sehr lästig sind"
Baudian (f) die in der Hierarchie oberste Magd
Bréénkoch (n) Weizenmehlbrei
Bauknecht (m) der in der Hierarchie oberste Knecht
Bauri(d)l (m) Ackerrain, der durch Abdrift von Erde entstanden ist
bawoian aus Baumwolle gemacht
Brééntrupfn (nur Mz) einzelne Regentropfen bei schönstem Sonnenschein
bregln langsam dahinköcheln lassen
Bréémoih (n) Öl zum Einschmieren des Viehs (Pferde) gegen Bremsen
Beàdei (nur Mz) Exkremente von Ziegenkitzen bzw. Lämmern
Bréms (m) Dialektform des Vornamens Primus
beàggn aufsässiges Gezeter von Kindern
brémsèg ist eine Frau, wenn sie gewisse Bedürfnisse hat. Das heißt: sie sagt bei einem eindeutigen Angebot nicht nein
Béck (m) Bäcker
Brémwôhl (m) Wedel zum Vertreiben von Fliegen und Bremsen
Béckè (n) Rodel
Béckèbuh (f) Rodelbahn
béckèreitn rodeln gehen
bedaggln betrügen, über's Ohr hauen
brénaggln zublinseln,
Bedeastè (f) Bedienstete
brénnd - Brénnda raffiniert - ein besonders raffinierter Mensch
Bédèn (f) Botin,
Brénng (f) übermannsohes Fass bzw. Bottich
Bédl (n) Zeitung Namens Volksbote aus den 30 er Jahren des 20. Jhdts.
brézln bruzzeln
Bee(d)lsôôk (m) jemand, der hartnäckig bettelt und nicht aufhört
Béédei (n) kleine Beere
Beedl (n) kleines Kind
Beedlbutz (Beedleitbuuz) (m) unheimliche Nachtvögel als Kinderschreck
Beedleitn (n) zum Angelus läuten
Beedlleitkreiza (m) kleine Münze, die in einem kleinen Gefäß aufbewahrt wurde, für den Fall, dass Bettelleute kommen
beedllippèsch bettelnd, unverschämt
Brézngstoih (n) magere, dürre Frau
beefèn andauernd schimpfen, zetern
Briaf - inn die Briaf seì (m) Brief - im Grundbuch eingetragen sein - hôibs an Briafnan seì heißt:" zur Hälfte im Grundbuch eingetragen sein"
béégln bügeln
Briah (f) dreckiges Wasser
Béél, Béédei (n) kleine Kügelchen, z. B.: Ziegenkot
brihma brünstig sein - Schweine
brina - bruna brennen , gebrannt
Brinei (n) kleiner Brunnen, kleine Quelle
Brinzn (f) Krusten vom Kochen
broat måchn sich breit machen, einen Platz einnehmen, der einem nicht zusteht
broatn - Mist broatn verteilen, ausbreiten - Mist verteilen
broadschacht - broadschacht daheagéh breitspurig - breitspurig gehen
Broatt (f) Bezeichnung für ein bestimmtes Grundstück, z.B.: ein Feld
brockn pflücken
Brôdanapfei (n) kleiner Täubling
broglat bei Stoffen: stark gerüscht, gerafft - Gegenteil von glatt
Broi (m) Bierbrauer
Brôôda (m) glasiger Topfen als Krapfenfüllung
brôôdèg dunstiges Wetter, schwül, tropisch
Broschul (f) Vagina
Béén - Béénei (f) kleine Schlittenkutsche
Brôtaiwei (n) niedrig gelegene Alm
Bééndl (n) kleine ebene Fläche in einem Hang
Brôudlôôn (m) Mundwerk
Beeschta (f) lange, ungepflegte Haare
Brôudtåscha (nur Mz) grobe große Hände
Befè (f) Schwätzerin, Frau, die andauern sinnloses Zeug redet
Brôusn - koan Brôusn (m) Krümel, Brosamen - keine Spur, um kein Bisschen
befèn schwatzen oft auf penantrante Art
beggln ein bisschen kränklich sein
Beichtpfénning (m) freiwilliger Obolus für den Beichtzettel
Beickei (n) kleine Lucke in der Decke der Stube, damit die Wärme nach oben dringen kann
Beidei (n) kleiner Beutel
beidln bei den Ohren nehmen, rütteln
beinån seì zusammen sein, in einer bestimmten Verfassung sein, schwanger sein
Beirisch's Gwånd (n) bäuerliche Tracht
Beiß (f) stark juckender Hautausschlag, zänkische Frau
beissn - es beißt beißen - es juckt
beita sagt man zu Kleinkindern, wenn sie etwas nicht tun sollen, wenn sie nicht brav sind
Beitn (f) großes Kellertablar, Bretterstellage
bekééma jemanden zufällig treffen
beluxn täuschen
Bénggl (m) Heufuhre auf Schlitten
brôusnniachtan total nüchtern, aber das wird auch ironisch verwendet, wenn jemand betrunken ist - der is wieda brôusnniachtan
brôusntruckn total trocken
bénggn, beàggn aufsässig protestieren bei Kindern
Brôut (n) Brot
Brôutbreesl (n) Brotbrösel
Bruach (f) Teil des Pferdegeschirrs, auch Kälbergurt gegen Tragsackvorfall bei Geburten
bruchhaschtèg ist es bei gefrorenem Scheee, durch den man beim darüber gehen einbricht
Brugg bzw. Brigg (f) Brücke bzw. Holzboden vor dem Haus
Bruggnwôôgn (m) flacher Pferdewagen mit Holzbrettern und nur schmalen Rändern - wie Pritschenwagen
bénzn bitten, betteln, jammern
Berglagång (m) schwerfälliger Gang, etwas nach vorne geneigt
Bruin (f) Brille
Béstl - s'Béstl (n) der erste Preis
betrachtla beachtenswert
brummèn nörgeln, meckern
betrogn nicht ohne Risiko, schwierig
Brummèsuppn (f) ist jemand der immer etwas auszusetzen hat,
betrogn seì mit allen Wassern gewaschen sein aber im negativen Sinne, mit an Betrogna" möchte man lieber nichts zu tun haben"
brunftèg sind Hirsche in der Paarungszeit
Brunnrähl (n) Holzröhre am Brunnen, wo das Wasser herausfließt
Brunnsai - ùglégg wia'r a Brunnsai (f) Brunnensäule - sehr warm angezogen sein, wie eine Brunnensäule, die im Winter eingepackt wurde
Brunöiei (n) Kohlröserl, Brunelle
brunzn Wasser lassen
Brunzriin (m) Rinne zur Verrichtung der Notdurft für Männer, ging meist von der Kammer direkt ins Freie
bruuch seì mißlungen sein, ein schwieriger Mensch sein, auch: nicht mehr das sein, was es vorher war
bscheißn übers Ohr hauen, betrügen
bschissn géh es geht einem sehr schlecht
Bschlôgbrugg, Bschlôgbrigg (f) Hölzener Boden in Schmiede, wo Pferde beschlagen werden
Bschlôghammal (n) Hammer zum Beschlagen der Pferde
bschlôgn fôhn mit dem Pferd zum Beschlagen gehen
Bschlôgstånd (m) Gestell, das das Pferd zwingt, den Huf zu heben
bschoad singa z.B. im Advent wurde bschôad gsunga, oder bei einer Geburt wurde auch bschôad gsunga
bschoad sôgn bekannt geben, bescheid sagen
Bschoadpaktl (n) Reiseproviantpaket, Jausenpaket, Mitbringsel
bschoadtoà gegenprosten, bescheidgeben, jemandem eine Gefälligkeit tun, Als Gast bei einer Jause teilnehmen
Betrogna - Betrognè (m - f) ist jemand, der hinterlistig, mit Vorsicht zu genießen und mit allen Wassern gewaschen ist. Gilt auch für Tiere z.B.: Stier, Hund etc.
bschöin Pferde zulassen - vgl. auflåssn""
bettat betend, Bezeichnung für einen Menschen, der immerzu betet
Bschöira (m) staatlich befugter Halter eines Zuchthengstes
Béttkastl (n) Nachtkästchen
bschossn - nit bschossn sei - unvorbereitet überrascht sein
bettn beten, aber auch das Schnurren von Katzen wird als bettn" bezeichnet"
bschtoin bestellen
biacha - Biachhoiz aus Buchenholz - Buchenholz
bseichn lässt man das Vieh, wenn es keine Milch mehr geben soll, es wird trocken gestellt, um für die nächste Geburt erholt zu sein
Biadra (m) Hölzernes, verschließbares Trinkgefäß mit Trinkzapfen, wurde viel bei Heuarbeit und Getreideschnitt verwendet, weil das Wasser kühl blieb
bséng leicht angesengt, leicht angefroren
Biaschbaam (m) Birnbaum
Biastmuich (f) erste Milch nach dem Kalben
bsénga versengen, ansengen
Biawei (n) kleiner Bub
bsétzn Socken, Handschuhe und dergleichen mit Tuch (meist Leinen) besetzen
Bichè - Biichei (m) Hügel - (n) Hügelchen
Bidal (n) kleines Butterweckerl
Biffè (m) Büffel, aber auch trotziger, widerspenstiger Mensch
biffèhaarig hartnäckig, grob, zäh
Biì (f) Zwischenboden im Heuboden oder in der Tenne
Biidara (m) Holzfäßchen zum Umhängen für Fischer
Biiglèng (m) schlecht gedeihendes Jungrind oder Schwein, auch besonders schwer erziehbarer Bub
Biiglèng-Ôida (n) Flegeljahre, Pubertät
bsina sich besinnen
bsôachn wenn die Ameisen ihre Ameisensäure zum Schutz versprühen
bsuna sonderbar, besonders, ausgefallen, verwirrt (bei Personen)
Bsuuf (m) Trinker, Besoffener
Bua (m) Bub, aber auch Ausruf der Skepsis oder Warnung oder auch Achtung bzw. Hochachtung, auch häufig in der Form Bualein" bzw. "Bualein eichè" verwendet"
Biil (f) zusammengebundenes Heu, das auf dem Kopf getragen wurde
Buachåstach (n) Geäst von Buchen
Biìlaa(b)m (f) Balkon an der Tenne
Buachnissei (n) Samenkörner der Buche
Biischd (f) Bürste
biisn rennen aus Angst oder Freude bei Weidevieh mit Schwanz in der Höhe
Biiß (n) Trense, der Teil des Pferdegeschirrs wo die Pferde draufbeißen, aber auch: Gebiss und auch: die dritten Zähne
Buag (m) Hüfte
Biiz (m) kleiner Bub
Bilstubn (f) Brechelstube zur Flachsröstung
Binggl - Binggei (m) Beule, kleines Paket, auch: kleines Kind
Birchbesn (m) Stallbesen aus Birkenreisig
Bisch (f) Blumen, Büsche
bischdln bürsten und saufen
Bischtlèng (m) mageres Kalb mit aufstehenden Haaren, auch Borstgras (Nardus stricta)
Bißguur (f) streitsüchtiges, zänkisches Weib, das ist ein allgemein in Österreich verbreitetes Wort
Bissltrunk (m) Arznei (Einguss) beim Kopfbissln" (Schädelkatharrialfieber beim Rind)"
Bual (n) kleiner Bub
bualein, bualein eichè allgemein verwendeter Ausdruck der Verwunderung
Buamalést (n) die letzte Nacht eines Junggesellen vor dem Heiraten, auch mit Feier verbunden
Buamaschéé (m) Pflanze namens Katzenpfötchen
Buamasunn (f) Vollmond
Buamazipfè (n) Speisenbeilage in länglicher Form aus Kartoffel- oder Griesteig, im Wasser gesotten
Buassènga (m) Bußprediger
Bitschei (n) Semmel (eines der besonders typischen Worte für unsere Region)
Budamuich (f) Buttermilch
bittegôschéé bitte gar schön
Budarôusn - Budableamè (f - n) Trollblume
Biwa (m) Biber, aber auch die Kälte
baà Flachshaar heiß machen, damit es sich von der harten Schale trennt, aber auch: Zaunäste bzw. Roafôst" im Feuer geschmeidig machen, bis er Saft zieht"
Budaschmoiznuùl bzw. Budaschmoiznidei (f) Gericht aus sehr einfachem Hefeteig, das in der Pfanne in wenig Butterschmalz gegart wird
Bäahoan (m) Besenheide, Herbstheide
Baamè (n) kleiner Baum
Bääschta (nur Mz) zerrupfte Haare
Baàwoì (f) Baumwolle
Biwanöi (f) Bibernell - Pflanze (Pimpinella saxifraga bzw. Pimpinella major)
Budei (n) war vor Einführung der cl - Norm ein doppelter Schnaps: 1/16 Liter
bacheiwårm lauwarm
Båchgrånd (m) Bottich zum Vorbereiten des Brotteiges
Biwè (m) Wärmflasche, (f) Bibel
Bix - Bixei (f) Dose, Gewehr - (n) Dose, Gewehr in Verkleinerungsform
Buga (m) abwertender Ausdruck für ein Pferd
bizl klein, zu wenig, z.B.: zu wenig eingenäht
bugan sich abschinden wie ein Pferd
Blaadl (n) Teigflecken, die im Fett herausgebacken werden
Buggl (m) Rücken, Buckel
Blaadlhaufn (m) faules Weibsbild, meist dick
bugglat bucklig
blään weinen, intensiv weinen
Bladal (n) Bläschen
Bladlraa(d)l (n) Metallrad zum Ausschneiden des Teiges
bläfdan viel reden, meist sinnloses Zeug
Blass (f) Blässe, Kuh oder Pferd mit weißem Stirnfleck
Blätschn (f) große Blätter, z.B.: vom Kraut, Kohlrabi etc...
Blattl (n) Blatt, aber auch Sensenblatt
bleàggètzn blinzeln
Bleamè (Bleamei) (n) Blume
bleamèn jemandem zureden, überzeugen wollen
bleamiat geblümt
Bleampè (m) leicht beschränkter, eintöniger und schwerfälliger Mensch
bugglfünfan wie umgangssprachlich: der kann mir mal den Buckel runter rutschen
Bledagoaß (f) dauernd kicherndes Mädchen bzw. Frau
bugglkraxn auf dem Rücken tragen
Blédalèng (m) Hosenbein
buggln hart arbeiten
bledan lachen, kichern, auch: sehr schnell Schi fahren, auch: Verziehen der Nüstern beim Gamsbock
Buh - auf da Buh seì - aus da Buh! (f) Bahn - dauernd unterwegs sein - aus der Bahn!
Bleech (n) Blech, Fleck , die Blecha" sind Flecken auf der Kleidung und dgl."
Buhè (m) grober Mensch
buhlè, buhlè Lockruf für Hühner
Buiddl (n) Bild
Buiei (n) Huhn, Lockruf für Hühner
Buigoar (n) Lockei im Hühnernest, meist aus Gips
buin brüllen z.B.: wie ein Stier, aber auch: fürchterlich weinen
buìridèg ist eine ständig stierige Kuh bzw. auch ..., dauerbrünstig
bulat mit gekraustem Haar
bumalitzn lautstark schimpfen, zetern
bummvoi extrem voll, überfüllt
bunggat ge- oder verbogen, gebaucht
Bleetscheerèn (f) großer, schmutziger flüssiger Fleck , auch große Wunde
buraweis selbstverständlich
Bleetschn (f) großer Fleck, aber auch Gesicht
Burgi, Burgl, Burgei, Burg Notburga
Bleetschn hänga låssn verdrossen herschauen
Blegat (n) falscher Saum
bleggètzn (Weda bleggètzn) blinken, Wetterleuchten, auch die Ziege bleggètzt" (meckert), wenn sie etwas will"
blesn viel Alkohol trinken
Bletzn (m) Schorf, Kruste, verkrustetes Blut
Bliah (f) Blüte
blickèg ist jemand mit einem feurigen Blick
Bliiz (m) Blitz, aber auch: auf'n Bliiz géh" = feiern, saufen gehen"
blinnan übersiedeln
Blitza (m) Feier mit Alkoholkonsum, aber auch: Mensch, der dauernd im Wirtshaus sitzt, vgl. Stiera""
blitzn blitzen im Gewitter, aber auch: feiern, saufen
bloach blass, bleich
bloachn bleichen
Bloak (f) Hangrutschung, Mure, Murenkegel
Bloamach (n) Heublumen
Busarant (m) Homosexueller
blôb blau
Busarantstingl (m) Geschlechtsteil eines Homosexuellen
Blôda (f) Blase, dicke Frau
busariern sich homosexuell betätigen
Buschgschiil (n) Blumentopf
Buschlaam (f) Balkon auf der Hauptfassade, wo Blumen sind, auch: mit Blumen geschmücktes Dekoltee
Buschlappèn (f) eine Frau, die ganz verrückt nach Blumen ist
Buschpöiza (m) Ableger, Steckling
Buttn - dés is mia Buttn (f) Milchtransportgefäß - ärgerlicher Ausruf: das ist mir egal
Buùl (f) Theke, Verkaufstisch
buxèg ist ein Baum, wenn er durch Schnee- oder Winddruck einseitig wächst vgl. echig
blôdagstéwat pockennarbig
blôdamôsat pausbäckig bei besonders dicken Menschen
Blôsei (m) Blasius, auch Ausdruck für einen warmen Wind (Föhn)
bluadig håscht toà sich besonders plagen
Bluttl (f) dicke, schwere Frau
Boà (n) Bein im Sinne von Knochen
boàfrisch sehr frisches Fleisch
boàhaggln alpine Sportart, bei der man mit dem Bein beim Bein des Gegners einhakt und ihn dann über seine Schulter werfen muß.
Boàhosn (f) strumpfähnliche, gestrickte Röhrchen für die Waden als Kleidungsstück zur Lederhose, vgl. auch Waadlstuuzn (Legwarmers)
Boàlèng (m) Knochen
Boar - boarèsch (m) Bayer, bayerisch
Boas - an Boas hôm (m) auf etwas scharf sein
Boàschagg (m) magerer Mensch
Boasmuich (f) saure Milch, meist aus Magermilch gemacht
Boass - Boaz (f) Laab zum Käse erzeugen (Eindickungsmittel der Kesselmilch), Gewürzmischung zum Pökeln
Boasslbéér (f) Berberitze
boassln tut es, wenn Graupeln fallen
Boata (m) kurze Wartezeit, kurze Rast
boatn - daboatn warten - erwarten können
boazn, eìboazn pökeln, Fleisch einbeizen
Bôchhaitn (nur Mz) Pestwurz, Pflanze mit großen Blättern an Bachufern
Bock stéh dafürstehen, bezeugen, aber auch bei einer Leiter unten verhindern, daß sie wegrutscht
bockalantn Geruch bzw. Geschmack, der für Ziegenbock typisch ist
Bockbaschtn Wiesenbocksbart (wird nur in der Mehrzahl verwendet)
Bockfréttn (f) schwierig zu bewirtschaftendes Anwesen

Museums- und Kulturverein
St. Johann in Tirol


Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).