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Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Alle
Dialekt Beschreibung Sound
sáá säen
Saamétzn (m) Holzschaff zum Umhängen, wurde für die Aussaat verwendet
Saàs (f) Sense
saftln dem Alkohol ordentlich zusprechen, aber auch: wenn eine Wunde stark nässt
saggaradie Überraschungsausdruck wie etwa: oho!
saggarisch - saggarsich seì besonders, übermäßig - eingebildet, großtuerisch, bestimmend und beherrschend sein
såggètzn tut Boden und Untergrund, wenn er vollständig wassergesättigt ist, sodass beim Gehen der Schuh regelrechtangesaugt wird
Saggrawôid Ausdruck des Erstaunens, wie: Sapperlott
Sàhswårb (f) Sensenstiel
Saia (f) Molke-Essig
Saiapånzn (m) Holzgefäß für Molke-Essig
Sainihåns St. Johann in Tirol
Såmmia auch Såmma (m) derjenige, welcher in der Kirche die Kollekte sammelt
Såmstôgnockn (nur Mz) ähnlich wie Kasspazl, aber eher breiartig
Såmstôgsunn (f) kurze Auflockerung der Wolken am Samstag
Såndl (f) Kurzform für Susanne
Sanktus (m) ermüdende Wiederholung
Sapparadie Ruf des Erstaunens, so was
Sarm (m) Rausch
satzn schnell laufen, wie in einem Satz eilen
Sau - a kôidè Sau (f) Sau - eine skrupellose Person, die über Leichen geht
Saubär (m) Eber, auch schmutziger oder unflätiger Mann
Saubleamè (n) Löwenzahn
Saubréém (f) große Rinder- bzw. Pferdebremse
Saubuga (m) Schimpfwort für ein Pferd
Säudåsch (f) Umlenkrolle
Saudiesn (f) Fass für Schweinefutter
sauètzn ein Gemisch von regnerisch-windig und kalt
saufuadan - zon Saufuadan im Übermaß
saugfotzat sind Kühe, wenn Unterkiefer kürzer als Oberkiefer ist
Saugloggn laitn unflätig reden
Saugrånd (m) länglicher Holzbottich zum Enthaaren der Schweine, das mittels Eisenketten gemacht wurde
saugrob sehr grob, sehr unfreundlich
Sauloda (m) Schimpfwort für einen unangenehmen Mann
Saumôgn (m) Schweinemagen, aber auch: Aschenbecher
Saupech (n) Harz zum Entfernen von Schweineborsten
Saurånzn (m) Sauerampfer
Sauriassl (m) Schweinerüssel
Sautrånkkiwè (m) Kübel für Schweinefutter
Sautrånknockn (nur Mz) Pressknödel in Suppe
Sauwaschl (m) Schimpfwort für unzuverlässigen Mann
Sauwôsn (m) Schimpfwort für einen großen, ungeschlachten und dreckigen Mann
sawèkhaxat krummbeinig
sawèn krummbeinig laufen
Schàà - koan Schàà hôm (m) keine Lust haben
Schaab (m) großes Strohbündel
Schaadnriada (m) schwerfälliger, doofer Mensch
schlårggètzn mit zu großen Schuhen dahergehen
Schaalèng (m) Wiesenbärenklau
Schlårggn (f) schlamperte, vulgäre Frau; (m) ausgetretener Schuh oder Patschen
Schlårpfn ausgetretene Schuhe (wird nur in Mehrzahl verwendet)
schlaudarèsch schlampig
Schlawina (m) Taugenichts
schléégn ein Tier schlachten
Schlégl (m) großer Holzschlägel
schlégln hämmern
schleì, schleìn beeilen
schlénggln Bleibe wechseln, schlenkern
Schlénggltôg (m) 2. Februar, Maria Lichtmess, der Tag, an dem die Dienstboten ihren Arbeitgeber wechseln konnten.
Schliafal (n) hörnchenförmige Nudeln
Schliaffa (m) Kamin, der groß genug ist, dass ein Schornsteinfeger durchschlüpfen kann
schliaffn sich in enger Umgeben durchzwängen (durchschlüpfen), es schliaft nit" heißt: man mag etwas nicht essen"
Schlicht (f) Seifenwasser, das der Weber zum geschmeidig Machen des Kettfadens benötigt
schliern schleifend gehen, auf glattem Untergrund z. B.: auf Eis
Schliidn - Schliidn vichaziachn (m) Schlitten, auch ungeschlachtes Weibsbild - das Gespräch auf etwas bringen, das eigentlich vermieden hätte werden sollen
schlinddn schlucken
Schlipfloch (n) Schlupfloch
Schlitta oder Gschlitta Kinder
Schloapf (f) flaches Holzschlittchen, um Heu von steilen Hängen herunter zu transportieren
Schloar (m) Schleier
schloassn Reinigen der Därme zur Wursterzeugung
Schlôg - da gleich Schlôg (m) Schlag - die gleiche Eingenart, Charaktereigenschaft, das gleiche Aussehen, wird verwendet bei Familien und Sippen - vgl. Mårch, das nur aufs Aussehen geht
Schlôggåttan Gatter, welcher durch Gravitationskraft von alleine schließt
schlôôfkrôdn wenn man keine Zeit zum Schlafen hat und dies längere Zeit durchstehen muß - war früher auf der Alm häufig der Fall
schlôun gut gelingen
Schluaf, Schlurf (m) Gigolo
schludarèg unappetitlich
schlurfèn Flüssiges geräuschvoll einnehmen
Schluuf (m) Schlupfloch, enger schmaler Durchgang
schluun beim Gehen die Füße dahinschleifen
schluuzèg schlüpfrig-weich, schleimig, ekelig, feucht-klebrig
Schluuzèn (f) Schleim
Schmåggètz (f) gutmütige, unbeholfene, leicht beschränkte, mitteilsame Frau
schmåggètzn schmatzen
Schmandl (n) Schmarren, auch Palatschinken ohne Inhalt
Schmanggal (n) aufgewärmtes Koch, ev. auch Spezialitäten
Schmånhax (m) eine Person, die dummes daher redet und nicht ganz gscheit ist
schmattèg reich an Geld
Schmåtz - Schmåtza (f - m) gutmütige, unbeholfene, leicht beschränkte Person
Schmåtzgåggl (f) unbeholfenes, etwas beschränktes Weibsbild
schmåtzn - nit z'schmåtzn kéma schmatzen - etwas nicht mehr geschafft haben
Schmeal (n) Nabel
schmealn beim Putzen nur darüberwischen, sodass alles verschmiert wird
Schmear (f) Schmierfett - nicht verwechseln mit Schmôiz
schmearèg schmutzig, ungewaschen, dreckig, einfach nicht sauber
Schmeckei (n) kleiner Fleck
schmeissn werfen, hinfallen - den hôt's gschmissn = der ist gestürzt, kann auch bedeuten: der ist gestorben
schmergglèg schmierig, ungustiös
schmerggln ranzig riechen
schmerwèg ungepflegt, schmutzig, ungewaschen
Schmieraggl (m) Schmierfink, jedoch nicht im Sinne von Zeitungsschmierer, dreckiger Mensch
Schmirm (f) Salbe, Einreibung, Schmierfett
schmirm schmieren, einschmieren, aber auch: schmeicheln, einschmeicheln
Schmirmkiiwè (m) Süßholzraspler
Schuèkanier (m) Schultasche (Kanier kommt aus dem Französischen)
Schuglad (m) Schokolade
schuichn schielen, aber auch: es tuat schuichn" = es zeigt sich das erste zarte Grün nach dem Winter"
Schupf (n) Schuppen, Remise
Schuschz (m) Schürze zum Umbinden - vgl. Vieschta
schusslèg fahrig, nervös
Schutz - auf d'Schutz kéma (f) Schutz, auch Schaukel - verschaukelt worden sein
Schutzareit - schutzareitn (f) Schaukel - auf der Schaukel schwingen
schutzig aufmerksam werden, ob das was gerade ist, auch richtig ist
schutzn schaukeln, leicht anstoßen
Schuwa (m) Schieberiegel, aber auch: Schublade
schwåbbètzn schwappen
Schwaiwei (n) Schwalbe
Schwammalènga (m) einer, der Pilze sucht
schwanzèg tüchtig, fleißig
Schwåscht - Schwaschtl (f - n) Schwarte
Spreiza (m) Geck, eitler Kerl, eingebildeter Schönling
Schwaschtlèng (m) Brett als Anschnit eines Baumes - auf einer Seite abgerundet
Spreizklôu (f) weit auseinander stehende Klauen bei Paarhufern
schwefèn Unwahrheiten daherreden
sprénga gèh am Pfingstsonntag besprengt man die Felder mit Weihwasser
Schweigei (n) Schwegelpfeife (hölzerne Querflöte) auch Klarinette
Sprénglèng (m) frische Trieber von Fichte oder Tanne
Schweiza (m) Käser
Springinggal (n) quirliger Mensch, Hans Dampf in allen Gassen vgl. Hôôrangangg
Schweizahittn (f) Hütte auf der Alm zum Käse-Erzeugen
Sprinzl (n) mageres dünnbeiniges Bübl
Schweizal (n) Gänseblümchen
Sprissl (m) Holzstangen, dünnes Holz, dünne Beine
Schwénggètzbreed (n) auf Flüssigkeit schwimmendes Holzbrett zum Abfangen des Überschwappens
Spritzkiwè (m) Gießkanne
schwénggètzn Flüssigkeit schwappt in einem Gefäß beim Tragen z. B.: Milchkanne
Sprotzbeidl (m) Angeber
schwénzn Gefäß mit Wasser ausspülen, absichtlich fernbleiben (schwänzen)
sprotzgaugat ist Mensch oder Tier mit stark hervortretenden Augen
schwerggln schwanken, taumeln
Schwerm (m) Drehgriff bei Windmühle oder Zentrifuge, auch bei Holztüren und Gattern
Sprù(d)la (m) Schneebesen
Schwetta (m) Pullover, Sweatshirt
Spù - Spaa (m) Span - Späne
Schwickn (m) Pflanze namens Bürstling, Borstgras
spudan in feuchter Aussprache reden, spucken beim Reden
Schwicknbuh (f) vertrocknete knäulförmige Halme und Borsten der Pflanze Borstgras nennt man Schwicknbuh""
Spuiei (n) kleine Spule für Zwirn oder am Spinnrad
Schwiitzkåstn (m) Griff, bei dem man jemamdem mit dem Arm den Kopf zusammendrückt
Spuihuh (m) Spielhahn
Schwing (f) Stange beim Heuwagen (Leiterwagen) - hinten und vorne, die die beiden Leitern rechts und links zusammenhält
Spuileit - zun Spuileidn géh Musikanten (wird nur in Mehrzahl verwendet) - auf den Ball gehen, tanzen gehen
Schwôabwåssa (n) Schwemmwasser
Spuileitschuach (m) Tanzschuhe
Schwoaf (m) Schwanz, Schweif, aber auch: Kettfädenbündel beim Weben
spuin spielen
Schwoafgåttan (m) Gestell zum Abziehen der Garnspulen beim Weben
Spundus (m) Angst, Respekt vor Stärkeren
Schwoafråschbè (f) mannstolle Frau
Spùseit (f) im rechten Winkel zu den Jahrringen verlaufende Seite beim Klieben von Holz
Schwoafream (m) Lederriemen beim Pferdegeschirr, der über den Rücken bis zum Schweif geht
Spuusôg (f) Säge mit an beiden Enden eingespanntem Blatt und zusätzlichem Spanner aus Holz
Schwoàm (m) Milch mit Wasser (für Hühner), abgestandenes Bier,
staad still
schwoàm spülen, schwemmen, ausschwemmen, aber auch: besonders stark regnen, auch: viel Alkohol trinken
Stackèsteckn (m) langer Haselnussstock mit Eisenspitze, wie ihn die Jäger verwenden
Schwoaßbleamè (n) Brandknabenkraut
Staidl (n) kleine Staude
Schwoawach (n) gebrauchtes Waschwasser
stampan dahinter sein, ausjagen
schwôdèg sehr beleibt, fett, füllig. Auch Blumen sind schwôdèg, wenn sie üppig wachsen
ståmpfdick hochschwanger
Schwôdnrechn (m) Heumaschine zum Machen der Zeilen
stangahanèsch stänkerisch, angriffslustig, auch: paarungswillig sein
Schwôschzblendtn (m) Buchweizen
Stanglfisoin (f) Stangenbohnen
schwôschzgaugat schwarzäugig
Stanglpuiva (n) Pfeffer
Schwôschzpléntnknéél (m) Knödel mit Buchweizen
stantepede sofort
Secha (m) starrer Blick
Stanz (f) langes dürres Mädchen, aber auch: Mücke
sechada kemma persönlich kommen - z. B.: Nikolaus
Star (n) altes Getreidemaß - 25 Liter
sechn - vun sechn aus bzw. vun sechn heà sehen - vun sechn aus sagt man, wenn man jemanden nur flüchtig kennt und noch nie mit ihm geredet hat
Starggl (m) gebrechlicher Mann
Séchta (m) Gefäß zur Milchverarbeitung
Starschaffè (n) Holzgefäß, das 25 Liter fasst - altes Getreidemaß
Sechtlstôôt (f) eingemauerter Waschkessel
Staschz (f) Bremsvorrichtung aus gebogenem Holz zum Bremsen des Wagens
Seechtrégl (n) Sammmelbecken zwischen Quelle und Wasserleitung
seegndasgod Dank als Antwort zum göizgodtausndmoi""
staschzn auf der Rodel knieen und mit einem Bein die Rodel anschieben
seeln wenn die Kühe auf der Alm während der Nacht draußen bleiben, war erst nach Jakobi (26. 7.) üblich
Staun - aus d'Staun måchn (f) Stauden - abhauen, sich verduften
seeltreibn am Morgen das Vieh in den Stall treiben
Staunrogei (n) Pflanze namens Alpenwaldrebe
Stean - koan Stean hôm (m) Stern - keine Lust haben
Stéckanzn (f) Stangen am Schlitten zum Halten des Abstandes zwischen Pferd und Schlitten, die in Ringe oberhalb der Kufen gesteckt wurden.
stéckn - gstéckt sich verschlucken bzw. verschluckt haben
stédln beleidigt tun
Steeh - a guade Steeh hôbn (f) Stehvermögen
Steffastôg (m) Stefanitag
Steftn (m) Stift, jedoch nicht im Sinne von Lehrling und nicht im Sinne von Kloster
Steinei - Steindl (n) kleine Stellage
Seffal (n) Josefine
Stémpè (m) Zaunpfahl, auch: Stempel
Seg (f) leichte Senke, leichte Mulde
Sténggn (m) dünner Stock, dünner und länglicher Gegenstand, z.B.: Stengel, Mensch, Ast etc.
segiern ärgern
Ster (f) Handwerker gehen auf die Ster" - gehen von Hof zu Hof"
Segnbaam (m) Thujen, auch Sadebaum
Sternôhdarèn (f) Näherin, die auf die Ster ging
Stézei (n) kleiner Mann, eimerförmiges kleinesHolzgefäß
Stiagn (f) Stiege
Stiagnglanda (f) Stiegengeländer
stickè steil
Stickniidei (f) Gericht aus Hefeteig, das in der Pfanne im Butter gebraten werden und dann in Milch fertig gekocht wird
Stiefèziacha (m) Stiefelknecht
Stiera (m) Mensch, der dauernd im Wirtshaus sitzt, aber auch: Feier mit viel Alkoholkonsum vgl. Blitza""
Stierriapè (m) ein alkoholgefährdeter Kerl
stiewètzn herumstöbern herumsuchen
Stiezl (n) Milchzopfbrot
Stihei - nit auf's Stihei heà huckn (n) kleiner Stuhl - nicht lange zuwarten
stiin - gstiischt stöbern, stochern - aber auch: stürzen (es hôt'n gstiischt)
Stiira (m) unerwünscht Herumsuchender, Hineinstocherer
Stiitzei (n) Fingerhandschuhe ohne Fingerspitzen
Stina - Stinei (f - n) Christine
stingln hinfallen, stolpern, besonders: Fallen beim Schifahren
Stinglwôôg (f) Laufgewichtshängewaage
Stinka (m) unverlässlicher, fauler, unsympathischer Mensch
Stinkbleamè (n) Mehlprimel
stinkfäuè stinkfaul
Stinkn zoagn Finger an die Nase halten und Zunge herausstrecken, um jemanden zu ärgern
stirggln herumstochern
Stiwei (n) kleine Stube, kleines Wohnzimmer
stixln, stixn(a) neugierig stöbern, verbotenerweise durchsuchen
Stoà (m) Stein(e)
Stôagôi (f) blauer Fleck am Pferdehuf (Bluterguss), wenn sich das Pferd einen Stein eingetreten hat
Stoahôôg (m) Weidezaun aus Natursteinen, besonders auf Almen
Stoàkerwè (n) geflochtener Korb zum Aufsammeln von Steinen auf dem Feld
stoàmiad totmüde
Stôchè (m) Stahl
stôchègånz wie neu, sehr gut erhalten
Stôchèsteckn (m) langer Stock mit geschmiedetem Dorn, den die Jäger verwenden
Stockal (n) Schemel
Stoff - Stoffei (m) Stoff, aber auch: Dialektform für Christoph
Stoin (m) Stollen - die eigentlichen Trittpunkte am Hufeisen
Stôìn, Stainei (n) kleines Abstellbrett , Regal (z. B. für Gewürze)
Stöizn (nur MZ) Stützen (Halterung) für Seitenbretter beim Heuwagen, sie gehen von der Achse nach oben
Stooz (m) Holzgefäß für Fütterung und Tränkung der Jungtiere
Stoppa (m) entweder pilz- oder eierförmiger Holzbehelf zum Stopfen von Socken und dergleichen
Stopstl (m) Korken, Stöpsel, auch: blöder Mann
Stopstlziacha (m) Korkenzieher
Storax (m) Tölpel
stôuhn sagt man, wenn Katzen rollig sind
Stôussa (m) Turmfalke
Stôußscheidl (n) Stützholz für die Ladung beim Ziehschlitten
Strahhoizl (n) lockere Bedielung der Heubodenauffahrt
Strahleit (f) Unordnung
Strahluttn (f) Vorratsschacht für Streu
Strahluus (f) längliche, feuchte Senke
strånzn, strôazln sich räkeln, strecken
Strau(b)m (nur Mz) Pfannkuchenteig, der durch einen speziellen Trichter ringförmig ins heiße Fett eingetaucht wird
Strauk (m) Schnupfen, Verkühlung
straukèg stark erkältet, verschnupft
strawanzn ständig unterwegs sein
Stream (m) Striemen
streichn streichen, aber auch Ausdruck, wenn Hunde läufig sind
Streimlèng (m) Apfelsorte, die sehr saftig ist und rot gelb meliert ist. Etwas größer als die Schiwalèng", welche aber süßer waren"
Strelè (m) ein Mensch, der nicht gehorchen kann
Striick, Strickè - Strickei Strick, etwas dünnerer und kürzerer Strick, noch dünnerer und noch kürzerer Strick, a Striick ist auch ein durchtriebener Lausbub
stringgln unsauber essen, schlampig anstreichen
Strôach - an Strôach hôm - koan Stroach nit (m) Eitelkeit - eitel sein - auf keinen Fall
Stroachbeidl (m) eingebildeter Mann
Strotzn (nur Mehrzahl) mit der Milch ermolkenes, abgestorbenes Eutergewebe
Strumpfètz (f) Kuh, die ganz wenig Milch gibt
strumpfètzn sehr kleiner Milchfluß beim Melken einer Kuh
Struzn (m) Weißbrotzopf
stualn bestocken = wenn Getreide Verzweigungen bildet - auch: schnelle Fußbewegungen am Webstuhl
stuasln mit kurzen Beinen gehen
Stuatei (n) Stutfohlen
Stuatfuihei (n) Stutfohlen
Stuatréssl (n) Stutfohlen
stuff beleidigt sein
Stuggawéggl (n) Patenbrot, das die Patenkinder zu Ostern und zu Allerheiligen bekommen
Stui (m) Werkzeugstiel, Stiel, Stuhl
Stumpf - Stimpf (f) Strumpf - Strümpfe
Stumpfbanndl (n) Strumpfband
stumpfsockn - stumpfsockat in Strümpfen ohne Schuhwerk sein
stuppn bestreuen, z.B.: mit Staubzucker und dergleichen
Sturfn (m) Baumstrunk, Zahnrest
Stuuzn (m) Kniestrümpfe
stuwerèsch großtuerisch, großspurig, auch: nicht passend bzw. nicht ordentlich gekleidet
Sucht (f) Verkühlung, Erkältung
suchtèg seì Schnupfen haben, rotzig sein, etwas verkühlt sein
Suh (m) Sohn
suhln langsam herumtun
Suhwendkäfa (m) Junikäfer
Suiwamantei (n) Pflanze namens Alpenfrauenmantel = alchemilla alpina
Summ (m) Same
Summakhaar (n) Sommerfell
Summamôhda (m) Angestellter zum Mähen für die Heuernte
Sumpara (m) Jammerer, dem nichts recht ist
Sums(a) (m) nörgelnder, jammender, langweiliger Mensch
Sunn (f) Sonne
Sunnstean (m) Sonnenblume
Suppn brockn Brotstückchen in Suppe geben
Suppnschlitz (m) Mund
Suppntrénza (m) schwerfälliger, langsamer, auch einfältiger Mann
Surm (m) ermüdender, langweiliger Mensch, ein Jammerer, aber auch: langweiliges Gerede
Suud (m) Rausch, Sud
Suul (f) langsame, gutmütige, leichtgläubige, naive Frau
suùn Jauche am Feld aufbringen
Suur (f) Jauche, Soße zum Einbeizen von Fleisch
Suurèn (f) mit Wasser angerührte Marmelade, verdünnt; auch schwacher Kaffee
Suurschåpfn (m) große, hölzerne Schöpfkelle für Jauche
Sùwenndbleamè (n) Margeriten
Sùwénndkefal (n) Glühwürmchen
Suwétt (m) Samt
Suwéttbanndl (n) Plüsch- oder Samtband
schmirwèg schmierig, rutschig, schmuddelig
schmôi schmal
Schmöichn (f) einmähdige magere Wiese mit saurem Gras
Schmoigoaß (f) sehr schlankes Mädchen
Schmôiz (n) Butter, Butterschmalz
Schmôizbidal (n) geformter Butterlaib mit Muster von einem Model
Schmôizbrout (n) Butterbrot
Schmôizkachei (n) Butterblume
Schmôizmodl (m) Butterform
Schmôizpfannei (n) Scharbockskraut
Schmôizrôusn (f) Butter- oder Trollblume
Schmôôtz (m) plötzliches Ereignis, z. B.: kurzer Regenguss
Schnadalèng (m) Verwicklung des Fadens beim Spinnen
schnåggètzn schnalzen
Schnaggl (m) Schluckauf
schnaggln knacken mit Zunge oder den Fingern, oder klappern
Schnåppa (m) Holzverschluß bei der Tür
schnapsln Schnaps trinken
Schnåpstrôga (m) Hausierer, meist Zillertaler, die Schaps verkauften
schnaxln Geschlechtsverkehr betreiben
Schnaxn lustige Einfälle
schneebleà tut es, wenn es viele kleine Wolken gibt, die netzartig ausehen, meist vor dem Schneien
Schneefressa Südwind, warmer Wind, Föhn
schneewachèn durch den Schnee waten
Schneggnnidei (n) schneckenförmige Mehlspeise mit Marmelade oder anderer Fülle
schnei(d)n schneiden - dô weascht Di schnei(d)n = da wirst Du Dir selber schaden
Schneitztiachè (n) Taschentuch
schnerfèn zusammenbinden oder schlurfen
Schnial (n) dünne Schnur
Schniebvogl (m) Schwarzspecht
Schnitza (m) kastrierter Ziegenbock, auch Wallach
Schnôasn Gestänge in der Selchkammer zum Aufhängen des Specks (wird nur in Mehrzahl verwendet)
Schafèbauch (m) etwas naive Frau
Schnoaß (?) Stangen in der Selchkammer
Schafèduttn (m) Person, die dummes tut und sagt, bzw. recht wichtig tut, wo aber nichts dahinter ist
Schnoatmessa (m) Messer zum Stutzen der Hufe und Klauen
Schafèhax (m) Person, die dummes tut und sagt, bzw. recht wichtig tut, wo aber nichts dahinter ist
schnoatn zurückschneiden im Sinne von stutzen, Hufe, Äste etc...
Schafèschoad (f) die Trennung der Schafe und Einteilung nach ihren Besitzern im Herbst
Schnôda (f) flottes Mundwerk - auch: geschwätziges Weibsbild
Schnôdabix (f) geschwätziges Weibsbild
Schåffa (m) bei einem großen Bauernhof, gab es einen Schåffa, der im heutigen Sinn als Geschäftsführer zu verstehen ist und der Stellvertreter des Bauern oder Verwalters war
Schnôdahipfè (n) Gstanzl, lustiger Vers
Schaglied (n) Verbindungsstück für Kettenglieder
schnôdan schnattern, aber auch ein Motor kann schnôdan, wenn er angelaufen ist
Schagrutschn fette Almspeise aus Butter, Mehl, Zibeben, ähnlich wie Möichamuas (wird nur in Mehrzahl verwendet) - der Ausdruck dürfte eher aus Kössen stammen und somit kein eigentliches St. Johanner Wort sein.
Schnôi (f) Schnalle (Türschnalle, Gürtelschnalle etc.), aber (m) der Knall
Schnôi auf Fôi - auf Schnôi und Fôi sehr rasch, unerwartet, plötzlich - ganz schnell
Schnôikraut (n) Pflanze namens Taubenkropf
schnôin z.B.: oanè schnôin = eine Ohrfeige geben
Schnôwèhôfn (m) Schnabelkanne
schnôwèn frech zurück reden, das letzte Wort haben wollen
schnuaggètzn, eichéschnuaggètzn heimlich spähen, in jeden Winkel illegal hineinschauen
schnufètzn abklingendes Schluchzen
schnupfètzn laufend Rotz aufziehen, entweder bei Schnupfen oder beim Weinen
Schnupftiachè (n) Schnupftuch, Taschentuch
Schnurfè (f) weinerliche Frau, auch: Frau, die ihre Nase überall hineinsteckt
schnurfèn Feuchtes mit der Nase aufziehen, schnuppern; aber auch beim Murmeln spielen, die Kugel lange hinein schieben
Schoad (f) Scheide für Messer und ähnliches, aber auch: Eisenkeil mit Holzschlagfläche zum Klieben
schoàna scheiden
Schoaß (m) Pfurz
Schoaßtrummè (f) eine Person, die nur Unsinn redet
Schoat (f) Holzspan
Schoatn (f) Späne
Schoda (m) Schotter
Schamei (n) Fußhocker, Schemel
Schodalassn (f) Schotterschicht
Schamiizl (n) Papiertüte
schodan schottern, d.h. langsam gehen, dahinschlendern
Schantènger (m) Gendarm
Schodariesn (f) Geröllhalde bzw. die Rinne, wo der Schotter herunter kommt
Schanzei (n) kleine Schanze zum Skispringen, aber auch: Nebenjobm, der etwas einbringt
schöich - schöichs Wôuscht schräg, schief - schräge Rede
schånzn fleißig arbeiten
schöich aussaschôu bzw. aussaschaugn spitzbübisch, schelmisch dreinschauen
schöich schôu mit einem schlechten Gewissen jemandem nicht gerade ins Auge sehen können
Schapfal (n) Holzgefäß
Schöicha (m) ein spitzbübischer, schelmischer, schwer durchschaubarer Typ
Schåpfn (m) große Schöpfkelle
Schöikrånz (m) Schellenkranz beim Pferdegeschirr im Winter - beim Holzziehen wurden große Glocken verwendet
Schårrkéédn (f) bremsende Kette unter dem Holz bei Transport im Winter - vgl. Kuafkéédn""
Schôin (f) Schale, Tasse
Schatzbaschtei (n) Aufschneider
Schôipa (m) große flache, längliche Glocke
Schatzbauch (m) Plaudertasche
schatzn plaudern, auch aufschneiden, aus der Luft gegriffen reden, wenig ernsthaftes reden.
Schôiss (f) großer, abgesplitterter Holzbrocken
schau Di - Schau Di ù - schau Di nit ù sind alles Ausrufe des Erstaunenes
Schôm (f) Kleidermotten - dô sénd d'Schôm dreìkéma = das wurde von den Motten zerfressen
Schaukn (m) Gailstelle durch Kuhflade auf Weide oder kleine Staudengruppe auf Grasfläche
Schôn (m) Schaden
Schbôdl (f) provisorische Fixierstrebe
schean scharren, kratzen, scheren
schoppn hineinstopfen z. B.: beim Essen, ausstopfen,
Scheàngètza (m) nervöses körperliches Zucken
Schorsch (m) Georg
Scheaschz (m) Endstück vom Brot, vgl. allgemein österreichisch: Scherzerl""
Schoß (m) junger Trieb, Zweig, aber auch: gerade geschnittener Damenrock
scheaschzn aufgeregt herumspringen
Schossa (m) Senner, der nur Arbeiten im Inneren der Almhütte verrichtet und beim Käsen hilft vgl. auch Schoßdian
scheassln pfurzen
Schoßdian (f) Sennerin auf einer Alm, wo Käse produziert wird
schedagweanggat schief, verquert, verzogen, verbogen, windschief (vgl. auch tschedagweanggat)
schoßln hastig gehen wollen, aber nur langsam vom Fleck kommen
schéé géh wenig zu tun haben bei der Arbeit, das Vieh geht schéé auf der Alm, wenn genügend Futter vorhanden ist
Scheèl (m) Schädel
Schottmaiei (n) Portion frischer Topfen aus dem Käsekessel
scheèln schlagen
Schottn - Schottn trôgn (n) Topfen - Schottn trôgn" heißt es, wenn das Wasser im Bach während des Fließens auf Grund der Kälte zu stocken beginnt "
Scheesn (f) Mädchen (ziemlich abwertend)
Schottsauf (m) frischer Topfen in warmer Molke - erfrischende Speise
Scheewa (f) altes, klappriges Weibsbild
Schôukôust (m) Mistgrube
Scheewal (n) Babyrassel
Schééwal (n) kleiner Heuhaufen
Schôukruck (f) Scharrgrät auf der Alm zum Zusammenkratzen des Mistes
Scheffa Scheffau
schôun Mist aus dem Stall schaben , Schnee räumen, scharren
Scheì - koan Scheì (n) Schein - i hu koan Scheì aufdenkt heißt: ich habe keinster Weise daran gedacht, nicht im entferntesten
Schôura (m) Tierkot ohne Streu
Scheibtruch (f) Schubkarren mit Seitenwänden
Schôura wåschn Gülle aufbringen
scheich scheu
Schôuss (f) Geländemulde
Scheichn - an Scheichn hôm (m) Angst, Scheu - sich fürchten
Schôuß (m) Schoß
scheidèg scharf geschliffen bei Messer und dergeleichen, aber auch als Ausdruck der Begeisteurng wird schneidèg" verwendet"
Schôwerchschicht (f) kostenlose nachbarschaftliche Hilfe bei Häuslbauen und dergleichen
Scheidl (f) Holzscheit
Schpaàbrénna (m) Hochstapler, jemand, der immer groß tut, und eigentlich ein Hungerleider ist
Scheiei (n) Schale, Tasse
Schpritzkiwè (m) große Gießkanne, wurde im Kindermund auch oft verwendet als Wortspiel für Kitzbichè
Scheiss (f) Durchfall
Schraat-Zéì (m) Kreuzzäune
Schraazoù (m) schräger Zaun, auch Pinzgauer Zaun genannt, wird mit jeweils 2 bis 3 sich schräg kreuzenden Stecken gemacht
Scheissa (m) Feigling, aber auch unreifer Knabe
Schrånk (m) diagonal verschränkte Zähne einer Säge
Scheißdreckkinèng (m) Kotkegel im Plumsklo
Schreàzn (f) länglicher Riss, z.B. in der Hose oder im Holz
scheißfreindlich übertrieben freundlich
Schreiboar (m) sehr lauter Mensch, penentranter Typ
Scheißhaislluttn (f) Schacht beim Plumsklo
schréka schrecklich, aber auch im positiven Sinne verwendbar: z.B.: dia méng si schréka gean
Scheißschicht (f) letzter Arbeitstag
Schrepfa (m) Bremser, letzter Preis
schendtn stark rügen, schelten
Schrepfn (nur Mz) nennt man die aufgerissnen Teile eines Holzstammes, der beim Zu-Tal-Lassen stark beschädigt wurde
Schéppè (m) Hemdzipfel, das aus der Hose herausragt
schrepfn bremsen, aber auch übervorteilen (schröpfen)
schepps schräg, schief
Schrieb (m) das Schriftstück
scheppsalantn Geruch bzw. Geschmack, der für Schafe bzw. Schaffleisch typisch ist
Scheppseisn - Scheppsa (f - n) spachtelförmiges Messer mit langem Stiel zum Entrinden von Bäumen
scheppsn Bäume entrinden
segndasgod, segnansgod Antwort auf vagöizgod" "
Schepsas (n) Schaffleisch
seì - éppan seì sein - jemandem überlegen sein
Seich (f) Sieb
Scher (m) Maulwurf
Seichgåtz (f) Kellenförmiges Sieb zur Käseerzeugung
Scherach oder Gscherach ? (n) letzte Reste in der Pfanne
Scherbånk (f) Bank zum Schafe scheren aber auch: kimm her dô auf'd Scherbånk" = komm her, ich muss mit Dir ein ernstes Wort reden"
Schérghammal (n) Petze
schérgn verpetzen
Seichtrichta (m) Almwerkzeug in dem mit einem Seichwaschl" die Milch gefiltert wurde"
Seichtuach (n) Tuch zum Abseihen von Milch, gleich nach dem Melken
Seichwaschl (m) Milchfilter aus Haaren vom Kuhschwanz
Seit - auf d' Seit géh (f) Seite - ehebrechen, auch: aus der Spur gehen (Schlitten, Wagen), auch: ausweichen
Schrôgn (m) Schragen, schräg zueinanderstehende Holzfüße z.B.: Sägebock - aber auch: Schimpfwort für unausstehliche Frau
seitlèngs seitlich, daneben
Schrôut (f) Riegelwand
seitln wanken, schwanken
Schrundt (m) Hautriß
Seiwa (n) Nachgeburt bei Säugetieren
schtédèg störrisch, stur, unnachgiebig, schmollend
seiwan Bringen der Nachgeburt nach dem Kalben
schuachblattln Schuhplattler aufführen
sektèsch ausgestochen
Schuachbletztn (m) eingetrocknete Schuhblase
Sektnkopf (m) heikler Mensch, der immer neue Dinge findet, an denen er etwas aussetzen kann
Schuachblôda (f) Schuhblase
Schuachei (n) kleiner Schuh
Sektnkrumma (m) einer, der mit nichts zufrieden ist
Scherhauffn - Scherhaiffn ùtoà (m) Maulwurfshügel - Maulwurfshügel einebnen
Sémmèweich (f) ungesäuertes Weihebrot für die Speisenweihe am Ostersonntag
Sémpara (m) Jammerer
Scherm (m) primitive Unterkunft für Vieh
Sénkè (m) Uhrgewicht, Senkblei, Gewicht bei Stabwaage
Schermföì (n) Lederschürze des Schmiedes
Sénneisn, Séngeisn (n) Sieb im Seechtrégl" "
Sepp - Seppei (m) Josef
Schermtax (f) alleinstehender, breiter Nadelbaum, der als Unterstand für das Vieh dient
Setéma (m) September
Scherpa (m) altes, ungeschliffenes, schlechtes Messer, Taschenveitl
Sétz (f) Podest am Stiegenabgang, Stiegenabsatz
Seübschrund (m) hat man am Finger, oder am Fuß, wenn die Haut aufspringt, vor allem die Hornhaut
Schewalèng (m) Apfelsorete, bei der man die Kerne scheppern hört, wenn der Apfel reif ist
seüfa schlecht gelaunt, weinerlich, oft auch aus kränklichen Gründen
Schuachgeschbè (m) Gestänge über dem Ofen, an dem man die Schuhe zum Trocknen aufhängen konnte
Seura (m) Seiler
schewan klappern, klirren, scheppern
Schuachliiz (f) Schuhband, Schnürsenkel
seüwa selbst
Schewan - ôitè Schewan (f) Schimpfwort für eine unsymphatische Frau
Schuachschmirmgschbadei (n) Schuchcremedose
schiach hässlich
schuachtoif ist Schnee oder Wasser, wenn er/es bis über den Knöchel reicht
schiach måchn Angst einjagen, mia is schiach = ich habe Angst
Schual (m) Georg
Schuara, Schuira (m) Schüler, heutzutage wird eher Schuira gesagt
schiach toà schmerzen, etwas tut weh, sowohl körperlich als auch psychisch
Schuarakitz (nur Mz) Erstklässler
Schuasta Schuster, aber auch einer der nichts zu wege bringt und herum trödelt, aber auch veralteter Ausdruck für die weibliche Periode
schiachtoandè Weis übertrieben über etwas jammern
Schuastanagei (n) Frühlingsenzian
Schub (m) Schublade
schiaga fast, beinahe, schier
Siach (m) geiziger, habgieriger Mensch
siachèsch geizig, habgierig
sian sieden
siarèg entzündet
schiassn schießen , iatz schiasst's ma = da fällt mir etwas ein.
siårm ohne Geist, ohne Sinne
Schiefa - Schiefa eìziachn (m) Holzsplitter, den man sich unter die Haut einzieht - sich etwas unangenehmes antun bzw. sich täuschen oder sich die Finger verbrennen
Siaßhantèga (m) ein hinterlistiger Mensch, charmant etc... aber hinten herum falsch
schiida schütter, z.B.: schiidas Grasei" - besonders dünn wachsendes Gras"
Schiil (m) Kochlöffel
Schiirhaggl (m) Schürhaken, Feuerhaken
Schiirloch (n) Feuerloch beim Ofen vgl. Ofnloch
Schiirtoifè (m) ein guter Einheizer wird als Schiirtoifè bezeichnet, beosnders beim Flachs-Brecheln brauchte man einen sicheren Schiirtoifè
Siaßlèng (m) Schmeichler, Süßholzraspler, aber auch Apfelsorte, die rot gelb gestreift ist und sehr süß sind, sodass man sie für gedörrte Apfelspalten verwendet
Siaßnuul (f) Buchtel, Wuchtel
schinaggln hart arbeiten
Siaßwuschzl (f) Engelwurz
Schindda (m) kurzes krummes Eisen zum Bäume schälen, auch: Abdecker
siedèg netzündet, leicht erregbar sein, sofort auf der Palme sein
Simanndl (n) ein von seiner Frau unterdrückter Mann
Schinddagsoièn (f) Frau mit vielen schlechten Eigenschaften
simseida Person bei der Vorsicht geboten ist, sie ist mit allen Wassern gewaschen und verfügt über mehrere Gesichter
Schinddalaatschn (f) Almrosenart, bei der die Blätter grün und behaart sind, vgl. Ôimrausch
Sink (f) Bodenvertiefung, Mulde
s'Nah (n) Neumond
Schinddlbaam (m) Baum (Fichte, Lärche, Tanne) mit Linksdrall, der geeignet ist, daraus Schindeln zu machen
so drù seì so dran sein - heißt: schwanger sein
Schinddlbrossn modriges Überbleibsel bei alten Dachschindeln (wird nur in Mehrzahl verwendet)
so Ôana, so Ôanè - Soichana, Soichanè sagt man zu einer Person, die eine bestimmte Charaktereigenschaft hat. Das kann sowohl negativ als auch positiv sein
Soacha (m) unreifer Knabe, Schimpfwort für Weichling
Schinddlkåstn (m) Stapel von kreuzweise aufgeschlichteten Schindeln besteht aus 72 Fôchn
Soachat (n) Urin
schinddllaar ausgehungert, mit leerem Magen
Schinddln (f) Schindeln, Legschindeln sind 72 cm lang
Schinddln aufn Dôch (f) sagt man, wenn über ein Thema gesprochen wird, das die Kinder nicht hören sollen
schinddn quälen, frisch gefällte Bäume schälen
Schinndabuga (m) Schimpfwort für Pferd
Schipfei (n) kleine Holzhütte
schissln tun junge Mädchen, wenn sie breitbeinig unanständig" auf einem Stuhl sitzen"
Soachbam (nur Mz) abfällige Bemerkung für dicke weibliche Oberschenkel, die Steigerung ist Soachbam wiar a Riahkiwè""
Schiwal (n) kleine Schublade
Soachbleamè (n) Mehlprimel
Schiwalèng (m) kleine Apfelsorte mit roten Streifen, saftig
Soachblôda (f) Harnblase
schiwan Heu zu Häufchen machen als Schutz vor Regen und Tau
Soachhuttn (m) mit Urin getränktes Tuch, das bei Krankheit bzw. Schmerzen aufgelegt wurde.
Soachkåchè (f) Nachttopf
Schiwazeì - Schiwazeieì (f) Heuzeile aus der kleine Heuhäufchen für die Nacht gemacht werden
soachn urinieren
soachnôß von oben bis untern durchnäßt (vom Regen)
Soachriin (f) Rinne zur Verrichtung der Notdurft für Männer, ging meist von der Kammer direkt ins Freie
Schixn (f) abwertende Bezeichnung für eine Frau
soachwårm warm wie Urin
Soatlèng (m) Dünndarm des Schafes (weil St. Johanner Würstl in Schafsdärme gefüllt wurden) sonst Dünndarm des Kalbes.
Schlaagattal (n) Gatter bei der Haustüre, das von alleine zufällt, damit die Hühner nicht in das Haus kommen - vgl. Hénagattal
Socha (m) Mensch, der so dahinsiecht und weder gesund noch krank ist
schlåån schleifend gehen
Sôcha, Sôchan, Sôchant (m) Gras
sochn dahinglosen, leicht glühen
Schlåårèn (f) schlechte, wässrige, kalte etc... Suppe oder Kaffee und dergleichen
Sockn (m) Ausdruck für einen Menschen, oft als lästiger Sockn bezeichnet
Schlaaz (m) Schleim
Sôcktiachè (n) Taschentuch
Schlåmpåmpn (m) verwahrloste Kleidung an einem liederlichen Menschen
sodala also, nun denn
sofè seì fähig sein
Schlåmpthres (f) Vorwurf an ein schlampiges Mädchen
Sôftwåssa (n) mit Wasser verdünnter Sirup
Sôgnfeiha (m) Kohlmeise
Schlanggl (m) Schlingel
Soia (m) Söller, oberer Hausgang im Bauernhaus
Söibschrundt (m) Hautverletzung am Nagelrand, Einriss, der schwer heilt
Schlanza - Lantscha (m) jemand, der immer unterwegs ist
Söibstbinda (m) Kravatte
Söich (f) Selchkammer
schlårfn beim Gehen die Füße nicht heben, die Füße dahinstreifen, auch Kühe können schlårfn
soid es soll
söifa schlecht gelaunt, unwillig, widerborstig, auch: schlecht beisammen, grantig
Söifagorè (m) ein grantiger Mensch
Soifn - Soifnstau(d)n (f) Weiden - Weidenarten (Baum- und Straucharten)
Soiföin Saalfelden im Pinzgau
Söihittn (f) Schlund
Soim (f) Salbe
söim selbst
Sôiss (f) Marmelade
sôissn lispeln
Sôissnschmanndl (n) mit Marmelade oder Dörrbirnen gefüllter Schmarren
Sôissnsuur (f) verdünnte Marmelade - zu Kompott gemacht
söitn - a söitns Weiwas selten - (f) eine sehr tüchtige, angesehene Frau
söiwa selber
Söiwaziglda (m) einer, der eher Einzelgänger ist und nicht mit den anderen mitmacht, auch ein Besserwisser
Sôizdauff (f) kistchenförmiger Behälter für Salz
Sôôdlènga (m) linkes Pferd im Zweiergespann - vgl. Håndlinga""
Sôôg (f) Säge, aber auch: zwei Holzarbeiter werden als oa Sôg" bezeichnet"
sovi - es tuat hôit sovi weh - i bi 's nit sovi sehr , besonders viel - es tut halt besonders weh - ich bin heute zu nichts fähig
Spaabrénna (m) geiziger Mensch, der nicht zahlen will und immer versucht, dass jemand anderer für ihn zahlt
spaan Späne machen
späär grob, hart, trocken, zäh, ledern, schwer genießbar, bitter v.a. beim Obst z. B.: Birnen, auch: bitterkalt und auch: sparsam
Späärkaas (m) magerer Käse
Spågga (m) kleine Kugeln aus Ton oder Glas
spåggan Kinderspiel mit Glas-oder Tonkugeln mit Murmeln spielen
Spaitl (n) gedörrte Obstspalten
Spaitlsuur (f) Soße von aufgekochten, gedörrten Obstspalten
spånna bemerken
Spargaméntln (n) Albernheiten, extravagante Ideen
Spéckn (m) Nass-Stelle auf Wiesen
spédan bremsen bei Schlitten und Rodel
speechn spähen, ummi" schauen "
Spéédl (n) Kitz, kleines Lamm
Spéélèng (m) heimische Zwetschkensorte, blau, rot und gelb
speim sich übergeben, erbrechen, spucken
Speis (f) Vorratskammer
Speisgada (n) Kommuniongitter
Speisglogg (f) Essensglocke, gegossen, schaut aus wie kleine Kirchenglocke
Speiwach (n) Erbrochenes, ausgespuckter Speichel sowie diverse andere orale Auswürfe
Spektiv (m) Fernglas
Spiei (n) kleine Spule für Zwirn oder am Spinnrad
spineisln versteckt gucken
Spinndosn (f) spinnende Frau
Spinndosn (f) Schimpfwort für weibliches Wesen, das in einem schlechten Gemütszustand ist
Spinoggl (m) Zwicker (Vorläufer der Brille), auch: ein aufbrausender, schnell beleidigter Spinner
Spitôi (n) Spital
Spiwètt (f) Spinne
Spiwèttntau (m) Spinnweben im Herbst, die durch Tautropfen sichtbar sind, oft auch bei Nebel
spléénèg verschroben, etwas arrogant
Spôch (f) Ziege, die nicht mehr trächtig ist und keine Milch mehr gibt
Spôtzn (m) Vogelart Spatz, aber auch Befestigungszapfen für Windladen und Truupflått""
Språnz (m) Abrundung der Schittfläche nach dem Fällen eines Baumes, um den Baum ins Tal holzen zu können
spranzn Abrunden der Schittfläche nach dem Fällen eines Baumes, um den Baum ins Tal holzen zu können
Spreisl (m) meterlange Holzabfallstangen, dünne Stangen
Sôft - koan Sôft und koan Gschmôch (m) Saft - kein Saft und kein Geschmack, sagt man zu einem geschmacklosen Essen
schlénggn ein Kleidungsstück locker überwerfen
siag - i siag ich würde sagen, heute verwendet man man eher: i sôgat""

Museums- und Kulturverein
St. Johann in Tirol


Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).