Lexikon


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Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Alle
Dialekt Beschreibung Sound
gaach schnell, geschwind, zornmütig, auch: steil
gaach - a da Gaachn schnell, in der Überraschung (f)
gaachgschmachèg zu schnell Vertrauen suchend
Gaada (n) Gitter
gaaln ganz leichter Schneefall
gaastan Nut und Feder bei einem Brett machen
Gaatsch (m) unappetitlicher Brei
Gåchè (f) Schafgarbe
gachgwahlat ist einer, dessen Waden oberhalb von dünnen Fesseln jäh hervortreten
gachzôunèg jähzornig, schnell aufbrausend sein, cholerisch
gåffn dumm schauen
Gåffra (m) Kampfer
Gagei (n) Haarknoten, kleiner Mensch, kleine Fäkalie
Gagga - Gägga (m) Kot, sagt man zu Kleinkindern, wenn sie etwas nicht angreifen sollen, wenn etwas ekelhaft ist
Gåggei (n) Ei
gåggètzn Lautäußerung der Hühner, schnell und aufgeregt daherreden
gaggn kacken
Gahn (f) mehrere Funken (vgl. auch Guhn")"
Gai (n) ausschließlich eignener Bereich, z. B.: aufs Gai gehen, auf das flache Land gingen die Metzger zum Viehkauf, auch: in das Revier eines anderen eindringen
gaichnst gleich einmal
gaing - gaing amôi irgendwann einmal
gaingst - an gaingst amôi in absehbarer Zeit, irgendwann einmal
Gaitlèng (m) einjähriges Kalb
galings gleich einmal
Gamsbleamè (n) Platenigl, Aurikel
gamsèg seì paarungswillig, geil sein
Gamshoan (m) Gemsheide (Loiseleuria procumbens)
Ganalèng (m) schmaler Mensch
Ganggal (m) kleiner Teufel, auch Lausbub
Ganggalschmôiz (n) Margarineschmalz
Ganslbleamè (n) echte Schlüsselblume
Gant - auf dè Gant kéma (f) in Konkurs gehen
Ganta (m) geästetes und gestapeltes Rundholz
gånz daweascht erstaunlich, unglaublich!
gånze Réckn die ganze Zeit
garbb - garbbe Haut gegerbt - von Wind und Sonne gegerbte Haut (sehr runzelig)
gårèg unappetitlich, garstig - aber auch gårig daher reden = unappetitlich daher reden
gårèg abwegig
Gårètz (f) Nörglerin
Gårètza (m) Jammerer, Meckerer
gårètzn meckern, jammern oder auch so lange bitten bis der andere nachgibt, auch die Hühner gårètzn, wenn sie legen
garm gerben, würgen, etwas heraus drücken
Gårm (f) Garbe
Gåschpansåch (f) Thema, bei dem es über sexuelle Dinge geht und das nicht jeder hören soll, vgl. auch: Reischpèseit oder Schinndln aufn Dôch
Gascht (f) Gerte, Rute
Gaschtei (n) kleiner Garten
Gaschtlhaiei (n) kleine Gartenharke
Gåschtnhaiei (n) kleine Gartenharke
Gåschtnzoig (n) Gartenerträgnisse
Gåss - iwa dè Gåss géh (f) Gasse - einen Lokalwechsel durchführen
Gassl fôhn mit kleinem Schlitten fahren
Gassla - Gassl géh (m) einer, der Fensterln geht - Fensterln gehen
Gasslrehna (n) Schlittenrennen - vgl. das heutige Trabrennen zu Stefani
Gåttan (m) Gatter, Türe am Holzzaun, Säge zum Schneiden von Rundholz
Gåttanschnåppa (m) Verschlusshebel bei Zaungatter, auch große, krumme Nase
Gattehosn (f) lange Unterhose
Gåtz, Gatzl, Gatzei (f - n) Kelle, Schöpflöffel(chen)
Gaudè (f) Spaß, Freude, lustige Unterhaltung
gaudèg lustig, unterhaltsam
gaudèhoiwa zum Spaß, auch: zwéngs da Gaudè" kann man auch sagen"
Gaùzn (m) großer Strohhut für die Männer, vor allem beim Schnitt verwendet
gawech falsch, verkehrt
gé Hoiz géh zur Holzarbeit in den Wald gehen
gean - dô kriagst gean gern - da bekommst Du leicht bzw. da könntest Du bekommen z.B.: einen Schnupfen ...
geanggn umkippen, z. B.: mit dem Sprunggelenk
geantoand - a Geantoandè etwas gern bereitwillig tun - eine leicht herumzukriegende Frau
Geascht (f) Gerste
Gebahrétz (n) ein übertriebense Gebahren haben
Gebrihm fôhn die Sau zum Eber treiben
Géd (m) Pate
Gedastl - as Gedastl kéma (n) as Gedastl kéma heißt: in die Quere kommen bzw. auch in Schwung kommen
Gédei (n) Patenkind männlich
Gedraasch (n) Schneematsch
Gedunkn (m) dem Gefühl nach, nach Gutdünken
geebn - i gei da vui - wôs geits geben - ich gebe Dir viel - was gibt's
Gegg (m) Zorn, Eigensinn, Trotz
géh - geh - a geh gehen - geh! - Ausruf des Erstaunens, der Verärgerung oder des Ansporns, je nach Betonung, z.B.: a geh so eppas" oder "a geh, weascht nit seì""
gehant wean beim Pferd heißt es durchgehen, sonst heißt es: plötzlich und unkontrolliert in bewegung kommen
Gehat - s'Gehate hôbm unruhig den Drang zu Gehen haben
Gehwerch (n) Germ, auch Fuß
gei gell, gelt, nicht wahr?
gein gellen im Sinne von lautem Geräusch, Blitz, Geschoß etc.
geits - geits des ? es gibt - gibt es das
gipsan hart, grob
Gipskniidl (m) unnachgiebiger Mensch
Geìzei (n) kleiner Strohhut für Frauen
Gischbè, Geschbè (m) nicht ernst zu nehmender Kerl, magerer Bub
Gizè - an Gizè hôm (m) Eigensinn - auf etwas oder jemanden eine Wut haben
gen - gen Ôim géh, gen Ôim fôhn - ge' Muih fôhn - ge Brihm fôhn - ge' Toi géh - ge' Bau fôhn in Richtung wie im deutschen gen" - Almauftrieb, während des Sommers die Alm betreuen - mit Mahlgut zur Mühle fahren - mit der Sau zum Eber gehen - ins Tal gehen - zum Pflügen fahren"
Gizèmanndl (n) Mann, der gleich auf der Palme ist
Glaatsch (m) Straßenmatsch
gen aissarèst ausst am weitesten draußen
Glait (n) Geläute, Glockengeläute
gen Opfa géh Opferungsrundgang bei der Heiligen Messe.
Glanda (n) Geländer
glånga jemandem etwas reichen, aber auch: ausreichen
gengaranån - gengarananåd gegeneinander
glångat nicht richtig rund, also so, dass es keinen echten Kreis bildet
gént gehend
Glangg, Glanggla (m) unzuverlässiger Mensch, der nichts ernst nimmt
gént géh gleich gehen
glånggat oval, länglich - rundlich, birnenförmig
gént weàn in Gang gebracht werden, in Bewegung gebracht werden
glanggln baumeln
Georgine (f) Dahlie
Glansta (n) Geländer
Géppi (m) Göpel - also Drehwelle in die ein Pferd eingespannt wird, um die Welle zum Dreschen anzutreiben
glårggn stapfen
Gergglwerch (n) schreckliche, unharmonische Musik
Glasl (n) Glas aber auch: (nur Mz) Brille
Gerlosgwigg (f) Ausdruck für etwas, das so gut wie unerreichbar weit weg ist
glaslhoatta wolkenloser blauer Himmel
Germ (m) Hefe, oder auch lästiger Mensch
Glass - iwatriems Glass - der hôt 's Glass nit dazochn (n) Gehabe - übertriebenes Gehabe - der hat sich nicht entscheiden können
Germkiachè (m) ein im heißen Fett heraus gebackenes Hefegebäck (ähnlich wie ein Donut nur ohne Loch)
glåtzat glatzert, aber auch: glatt im Sinne von tatsächlich
gleà leicht glühen, dahinglühen
Geschbè (m) Mann, der blöd daherredet
getôi bergab
gleanèg - gleadèg glühend
Getua (n) Gehabe
gfahla gefährlich
Gleeck (n) einfaches Kraftfutter für das Vieh
Gfahr (n) Transporteinrichtung, Gefährt
Gléég (n) Gelege
gfeihd daneben geschossen; aber auch: gefährlich, hinterfotzig (bei Personen)
gleegn gelegen, passend
gfeihd - éppas Gfeihds toà gefehlt, falsch - etwas verbotenes oder falsches tun
Glega (n) Liegestatt z. B.: in Wiese, Getreide etc?
gfeihd - weit gfeiht - nit weit gfeiht - hausweit hôts gefeiht gefehlt, falsch - voll daneben - knapp daneben - extrem weit daneben
Gléggei (n) kleine Glocke
Gfépp (n) besonders übertriebene Lobesworte
gfiahrèg praktisch
Gléggeibock - Glégglbock (m) Leithammel, Rädelsführer
gfiggat klein
gleichn - an gleichn toà gleichen - die Absicht zeigen
gflôucht gestohlen
Gleichnès - a Gleichnès hôm (n) - es geht einigermaßen
gfôichat halbfärbig, Falbton
gleichweit gleichgültig, egal
gfoitarad faltig
gleichweit seì unzuverlässig sein
gfrähschd gefroren (Finger, Zehen)
gleìm fest, dicht, nahe, eng, hart
gleimfleischèg muskulös
Gleit (n) Geläute, Glockengeläute sowohl Viehglocken als auch Kirchenglocken
glénggan vernachlässigen, nicht ernst nehmen, gleichgültig handeln
Gfratza (nur Mz.) Kinder
glienèg beweglich, gelenkig
Gfreì - Gfrieh (m) Frost
Glifta - der hôt a Glifta (n) Gehabe - der hat ein großes Gehabe
Gfrétt (n) Schwierigkeiten, etwas Schwieriges
Glinsal (n) glänzender Kleinschmuck
Gfrieh (f) Rauhreif, aber auch spöttische Rede
Gloabbat (n) Essensrest, der noch einmal auf den Tisch kommen soll
Gfries (n) häßliches Gesicht, Fratze
Gfrihbeidl (m) Spötter, Zyniker
gfrihôiwa réhn mit Absicht blöd reden
gfroid verwandt
Gfroitschåft (f) Verwandtschaft
gfrôuhn - gfrôuhn daherréèn gefroren - ironisch reden, mit trockenem Humor reden
Gfuih (n) Gefühl
Glôas (n) Geleis - auch: vereiste Spurrinne im Winter auf der Straße
gfuxat rothaarig
Gloggnspeis (f) heiße Bronze (Speise) zum Gießen einer Glocke
giadei, giadla gelinde, vorsichtig, nicht grob
Giadl (n) kleines Anwesen (Gut), Haus
glônd geladen, (z. B.: Gewehr) bzw. zornig (Mensch) aber auch: etwas betrunken oder auch eingeladen sein
Giaschtn (f) geklobenes Holz zum Errichten eines Ringzauns bzw. zum Beschweren eines Schindeldaches
Glôswéggei (n) eine Flasche Bier
Glott (m) schwarzer Stoff
Gluggètza (m) Schluckauf
gluggètzn glucksen, blubbern, auch: Geräusch, das Bruthennen von sich geben
giassn - gossn gießen, aber auch stark regnen
Giaßvogl - Giassavogl (m) Buchfink oder Turmfalke ?
gib und gab wia 's gib und gab bei ins da Brauch gween ist = wie es bei uns überall Brauch war
Gierscht (f) gespaltene Holzstangen zum Zaun machen
Glumpp, Glumppat (n) wenig wertvolles, unnützes Zeug
Glunggétza (m) leiser Glockenschlag, Berg bei Innsbruck
glustèg seì Lust auf etwas haben
glustn Appetit auf etwas haben
Gluuf (f) Sicherheitsnadel
Gluufnknopf (m) Knopf an einer Nadel (z.B.: beim Doppelschal)
Gigg (f) zweirädrige Pferdekutsche, Kurzform für Christian
Gmacht (n) männliches Geschlechtsteil, Gemächt
Gmass (n) Größe, auch: Ähnlichkeit untereinander - vu insan Gmass
Giggal (n) kleines Fenster
gmeamb seì für etwas vorgesehen sein
gmelat voller Sommersprossen
Gmias (n) Gemüse, Kleinkram
Giggarigibleamè (n) Kuckuckslichtnelke
Gmiehl Brösel, Restbestände
Gmoà (f) Gemeinde
Giggarigihahl (n) Kuckuckslichtnelke
Gmoana (m) eine höhergestellte Person, die sich als volksnaher Mensch, also gewöhnlich gibt
giggètzn stottern
Gmoàstier (n) Stier des Gemeinde-Zuchtverbandes, aber auch: Weiberheld
Giggus (m) Schnaps
gmostlat ist eine langsame Person, aber auch: ist man im Stadium des Krankwerdens, ist ein Infizierter während der Inkubationszeit
Gigl - da Gigl und da Gogl (m) der eine und der andere, wird bei Gegensätzen verwendet
Gnaag (n) Rest von etwas Angenagtem, schlechte Ware, schlechtes Obst
gilln Jauche und Mist aufbringen
Gnagg (n) Genick
Gimmal (n) kleine Salatgurke
Gnaggl - Gnagglwerch - Gnagglètz (n) wackeliges Ding, das beim Wackeln auch leichte Geräusche von sich gibt
gneissn bemerken, kapieren, sehen
Gnergg (m) kleiner Mensch
gnettèg eilig, dringend, stress haben
Gimmalsalôd (m) Gurkensalat
gnoagat gebückt, z. B. dahergehen
gimmschwôschz kohlrabenschwarz
Gnôôg (n) Genage, bei Fleisch mit vielen Knochen
Gimpè (m) Vogel namens Dompfaff, etwas aufgeblasener sich in Szene setzender vorlauter Mann
Gingg (m) Schnaps
gipsa obstinat, hartleibig, auch hinterlistig, auch unnachgiebig
grohln - rohln Donnergeräusch in weiter Entfernung
groiggètzn rülpsen-aufstoßen, Vorstufe zum Erbrechen
gnôu übermäßig sparsam, geizig
Groiggn (f) Grammeln
Gnôuggètza (m) leichtes Nicken, auch: Ja-Sager
Goagl (f) oberster Bereich zwischen den Oberschenkeln, auch: eine unentschlossene Frau, und auch: ein wackeliges Gerüst
Grôsa (m) einer, der immer um den Brei herumredet
Goagla (m) wankelmütiger, unentschlossener Mensch
grôußarisch großspurig tun, angeben
goagln wackeln
grôußtoand großtuerisch, großspurig
Goaglwerch (n) sich dauernd wiederholende, eintönige, störende Musik, aber man hat es auch, wenn man über einen wackeligen bzw. schlecht befestigten Untergrund gehen muss (z.B.: Steine im Bach).
Gruaggn (m) krumme Beine, lange Beine vgl. Grenggn
Gruin (f) Grille
Gruna - an Gruna toà (m) unfreundliche brummende knurrende Laute von sich geben
Gruschpèn (f) Knorpeln
goahn gähnen
Goaß oder Bock (f bzw. m) Rennschlitten
Gsais (n) Lärm, Gesäuse, lautes Rauschen
Goaßa (m) Ziegenhirt auf Almen (niederster Dienstgrad auf der Alm - meist von Schulbuben ausgeübt)
Gsatzl (n) eine Strophe bzw. Absatz z.B.: vom Lied, aber auch vom Rosenkranz oder a Gsatzl reahn""
Goaßhaagl (n) Ziegenstall auf der Alm
gschåffn sich vetragen
goaßhaxat x-beinig
gschafiat ungeschickt, nicht besonders intelligent
Goaßhôôg (m) Ziegenstall
gschaftég wichtigtuerisch
Gschaftloch (n) überaktiver Mensch, der sich überall einmischt
gschamèg verlegen
Gschamstara siehe auch Tschamstara (m) Liebhaber
Gschau - an Gschau nôch (n) Aussehen, Erscheinungsbild - dem Errscheinungsbild nach, aber auch: dés hôt a Gschau heißt, das ist passend, in Ordnung, das kann man so lassen; es hôt koa Gschau = das ist weit daneben
Goassl (n) Peitsche, Geißel
Gschbadei, Gschbadl (n) kleine Dose, kleine Büchse
Goasslschnôitza (m) Peitschenknall
Gschbôdl (f) größere Dose mit Deckel
gscheckat bunt, bunt gemischt, mehrfärbig ohne farbliche Harmonie, z.B.: dreifärbige Kuh
Gscheidheit (f) Besserwisser, vorlauter Mensch
Gscheidling - Gscheitloch (m - n) Besserwisser, vorlauter Mensch
Gscher (n) Belastung, Anhang, Mühe
gscherèg Umstände machend
Gschewa (n) Geschepper
Gschicht (f) Geschichte, aber auch: Menstruation
Gschiir - aus'n Gschiir kéma (n) Geschirr - wütend werden, außer Rand und Band kommen, verwirrt werden, auch eine Wunde kann aus dem Gschirr kema
Gschiiß - a Gschiiß måchn (n) Kot, aber auch übertriebenes Getue - aus etwas übertriebene Umstände erzeugen, viel Aufhebens machen
gschissn daherréèn ironisch bis zynisch reden
Gschlacht (n) Sippschaft, Abstammung, Menschenschlag
Gschlamp (n) unnützes Zeug, das manche Leute mit sich herumtragen
Goaßreìm (m) großes Glück
gschlåmpat schlampig
Goaßschwoaf-Heech (f) das ist eine, einer Ziegenkuppe gleichende Anhöhe unterhalb des Gasthofes Breitmoos Südlich vom Paß Thurn, im Volksmund wird dieses Wort verwendet als Ausdruck für eine luftige Höhe
Gschlapf (n) glatte Wegstelle auf abgeschliffenen Felsplatten
Gschleckat (n) Süßigkeiten
Gschleeck (n) Süßigkeiten
Gschlitta Kinder
Gschlôda (n) schlechter Kaffe, auch Suppe ohne Geschmack
Gschloß (n)Türschloß
gschlôun sagt man, wenn etwas gut gelingt, bzw. gut von der Hand geht
gschmachèg wohlschmeckend, aber auch übertrieben süßliche Sprechweise mit ein bisschen Falscheit
gschmårganst frühmorgens - vgl auch: tschmårganst
Gschmatz (n) übertriebenes, affektiertes Getue
gschmearèg knapp, eng, zu klein, bezieht sich immer auf Kleidung
gschmeidèg mager, zart
gschmoaßèg mager, zart, schmächtig
Gschmôch - deasn Gschmôch (m) Geschmack - übertriebenes süßliches Getue
Gschmôchmutôg (m) sagt man zu jemanden, der übertrieben süßlich tut
gschmogn knapp, eng
Goaß-Sôìm (f) Ziegensalbe
Gschnagga Kinder
Godnbrout (n) Patenbrot, das die Patenkinder zu Ostern und zu Allerheiligen bekommen
gschnappèg frech, bösartig, schlagfertig
Gogg - Goggn (m) eitriger Mitesser, Wimmerl - Mehrzahl Goggn""
Goggl (m) Gockel, Hahn
Gôgl (m) Haarknoten, Kotknödel
gôh daweascht erstaunlich!
Gôi, Eisgôi (f) glatte Fläche, bei der man leicht ausrutscht
Goidépfè (m) Türkenbund
göin gellen
gôit ist eine Kuh, wenn sie keine Milch gibt
Goita (m) grobe Steppdecke, bzw. Bettdecke
Gôitviech (n) Jungrinder
göizgodtausndmôi Gott möge es Dir vergelten als Dankeswort
Gômuin (f) Kamille
gschneggat besonders neugierig, jemand, der die Fühler wie eine Schnecke ausstreckt
gschnegglat mit gekraustem Haar
gschnôwiat frech dagegen redend, bes. bei Kindern
gschpiin verspüren, vorahnen
Good (f) Patin
Goodei (f) Patenkind weiblich
Goodei kråtzn (krain) (n) jemandem schön tun
gôôr fertig, restlos aufgebraucht, aber auch: i wear gôôr" sagt man, wenn etwas überraschend besonders lustig ist "
Gorè Gregor
gôschat seì - ôschat einen großen Hintern haben
Goschn (f) freches Mundwerk
Gott sprich sozusagen, quasi
gottsgnôdn gutwilligerweise
Gottsnåmm - an Gottsnåmm in Gottes namen - Ausruf des Schreckens
Gschpiir (n) Einfühlungsvermögen
gschpindlat spindeldürr
gschramst schiefes Gelände, quer (durchs Gelände)
gschredlt in Blockbauweise gebaut
Gschréf (n) felsige, schroffe Gegend, wo Felsen aus Erdoberfläche herausstehen
Gôwèdeixl (f) Gabeldeichsel für ein Zugtier - vgl. auch Zwiegschbààdeixl""
Gschreif (n) Schraubvorrichtung (z. B. bei Petroleumlampe)
Gôwèleitlbuchè (f) Sagengestalt, eigentlich eine Leuchterscheinung von phosphoriszierenden Flechten
Gôwèstuih (m) Gabelstiehl
Gschroà (n) Geschrei
gschroppat uneben, steinig
grà grämen
Graa(d)l - Graa(d)ln (n) Eckzahn beim Hochwild
Graamè (n) kleiner Graben
Graànès (n) Verdruß, Kummer
gschrunzlat faltig
Graatn (f) Grannen, Gräten, auch: Borsten auf den Gerstenähren
gschtachèg widerborstig, streitsüchtig, aber nit gschtachèg seì" = darauf bin ich nicht neugierig"
Graatscha (m) Eichelhäher vgl. auch: Ùseecha
gschtawanetzn mit einem Stab, Sand oder Steine schubsen
gschtiascht lieb, reizend, lieblich, liebenswert (eines der typischen Worte für die Region um St. Johann)
Gschtiat (n) drängende Eile, übertriebenes Getue
Gschtikat (n) Stickerei
Gschtippè (n) Pulver, Medizinpulver (Verkleinerungsform von Gschtupp")"
gschtudiascht studiert haben
Gradl (n) Baumwollstoff Köper
Gschtudiaschta - Gschtutiaschtè (m, f) Akademiker
graggat, kôt graggat sehr viel
gschutzt etwas beschränkt, eigenartig, sonderbar
grama Entwässerungsgräben ziehen
gschuuslat hektisch, nervös, schusselig
Gschwear (n) eitrige Beule, Geschwür
gschweaschn - gschweascht es eitert, bzw. es hat geeitert (ein Geschwür gebildet)
Gschwistaratkiina Cousinen und Cousins
Gramhau (f) Harke zum Ziehen von Entwässerungsgräben, heißt offiziell Wiedehopfhaue
gschwoin geschwollen, angeschwollen - aber auch: arrogant, protzig, angeberisch
Gråmpn (m) altes schlechtes, eigensinniges Pferd, auch Pickel
gséngè Sau wilder draufgängerischr Mensch, vor allem beim Schifahren oder Autofahren: der fohscht wia a gsenge Sau""
Grånd (m) großer Trog
Gsiif (n) Gesöff, Getränk, meist alkoholisch
Grandl (n) Wasserbehälter beim Herd
Gsims - s'Gsims kéhn (n) Gesims - jemandem die Meinung sagen bzw. die Leviten lesen
Granggln - Grangglbéé (f) Preiselbeeren
Gsirm (n) summendes, brummendes Geräusch
Grånsn - auch Gråmsn (f) Bett aus Brettern mit Heu oder Strohsack auf der Alm
Grant (m) die schlechte Laune
grantèg seì schlecht gelaunt sein
Grantlèng (m) schlecht gelaunter Mensch
Grantscherm (m) ein Mensch, der immer schlecht gelaunt ist
Grass (n) feinere Zweige, Geäst und Nadeln, die beim Holzarbeiten im Wald liegen bleiben
Gsoachat (n) Urin
gratschèg knusprig
Gsôgat (n) Gerede, Gerücht
gratschln knirschen, z. B.: mit den Zähnen
gsôgg gesagt
Gråtta (m) große Schritte
Gsoi (m) Geselle
Grattei (n) kleiner Wagen, z. B.: Handwagen zum Liefern von Milcheimern
Gsöichts (n) geselchtes Fleisch
Gsoiïn (f) Frau
Gsoiïn - hôôrigè Gsoiïn Frau - Frau mit Haaren auf den Zähnen
Gsood (n) kurz gehackte Heuschnipsel, aber auch Ausdruck für Gesindel, minderes Pack
Gsoodluttn (f) Vorratsschacht für gehäckseltes Futter
Gsoodmaschin (f) Hächsler
Grattla (m) fahrendes Volk (z.B.: Zigeuner, Karner etc.)
gsoodn gesotten
Gsoodwåmpn (f) besonders dicker Bauch
grattln mit kleinem Fahrzeug transportieren
gspaarèg sparsam
Gspadei (n) kleine Büche, kleine Dose
gspezèg herzig, lieblich, lieb
gspiin spüren
Gråttn (m) Karren
Gspiir (n) Gespür
gråttn schreiten, große Schritte machen
Gspôdl (n) Büchse, Dose
grauppat gekräuselt - z.B.: grauppatè Kuah
Gspôur (n) Fährte, Spur (z.B.: im Schnee)
Grausbian (f) Angstgefühle - dô steig ma de Grausbian auf = da bekomme ich Angstgefühle
Gspôur (f) Spur
grausèg seì ängstlich, furchtsam sein
Gsprang (n) hastiges Springen, auch übertiebene Eile
Gspreizta (m) eingebildeter, eitler, arroganter Schnösel
gsprénglat gesprenkelt
Gsprénk (n) Stress - vgl. Gsprang
Gspui (n) Spiel
Gspunst (f) Irrsinn
Gstaid (n) Stauden, Strauchwerk
Grauskneecht (m) Mann, der durch seine Anwesenheit, den ängstlichen Frauen Sicherheit gibt
Gstapf (n) Trampelpfad im Schnee
greà grün
Greàlèng (m) unfreifer Bursch, der noch grün hinter den Ohren ist, unreifer Apfel
grébbèsch ungeschlacht, grob
Gstaxn (n) umständliche Tätigkeit, bei der sich alles wehrt, Murks
gstéckt verschluckt, i hu mi gstéckt
gsteckt voi überfüllt
gstimsèg nett, hübsch besonders bei Kindern
Gredl - Greti (f) Margarethe
Grééd (n) Gerede
Greedei (f) Margarethe
Greedlfrisur (f) Frisur, bei der die geflochtenen Zöpfe vorne auf den Kopf gesteckt sind
Greèl (f) eine Frau, die immer etwas auszusetzen hat
greèln ständig etwas auszusetzen haben
Gstoi (n) Gestell, Ständer, Figur eines Menschen
Gréénaggn (f) eingetrocknetes Augensekret
greesn Vieh auf der Weide anteilig zu den Weidegräsern haben
Gstrang (n) Gestränge
Gréggamanndl (m) kleiner, schmächtiger Mann
gstreamlat gestreift (der Ausdruck wird bei Äpfeln verwendet, die rot-gelb gestreift sind)
Gstrétt (n) Astwerk, Kleinholz
Gstrickat (n) Strickzeug
Gstrôù (m) kastrierter Widder, also Hammel
greicht geraffter Stoff, in Falten gelegter Stoff
Gstupp (n) Pulver (z. B. von Gewürzen)
Greiei - a Greiei fôin låssn (n) Perlen, (z. B. am Rosenkranz) - ein Ave Maria beten
Gsturè (n) umständliches Getue
Greisei (n) ganz wenig, eine Prise
Grémèn (nur Mz) Hoden
gsund aufzreissn sagt man als Antwort für den Dank, wenn man Kleidung schenkt z.B.: beim Weisn""
grénggln nörgeln
Gsuuschts (n) eingebeiztes Fleisch, Surbraten
Grénggn (m) große ungeschlachte Beine, auch schimpfend: riahr deine Grenggn" ursprünglich: ein dürrer Ast"
guat ôgéh gut ausgehen
guat ùkricht ist ein Mann, der mit dem besten Stück gut bestückt ist
Grénggn - diira Grénggn (m) dürres Holz, dürres Pferd
Guatdunk (f) weibliches Geschlechtsorgan
Gri(d)l (f) oberster Bereich zw. den weiblichen Oberschenkeln
guatèng 30 Jahr knapp über 30 Jahre
Guattl (n) Bonbon, Süßigkeit
guadè Nôcht gute Nacht
Gri(d)lårwétt (f) Sex
Gugg (m) wird für das Wort Kuckuck verwendet, wenn wo sprichwörtlich der Kuckuck drin steckt, bzw. wenn jemand schlau und ein bisschen verschlagen und berechnend ist
Gugga (m) Feldstecher
guggabärn verstecken spielen
Gri(d)lhuttn (m) Vorläufer der Damenbinde, Intimwaschlappen
guggètzn schauen, gucken
Guggubleamè (n) Lichtnelke
Guggugg (m) Kuckuck
Griashaggl (m) Feuerwehrgerät - Haken an Holzstiel
Griaskoch (n) Grießbrei
griaslat kleinkörnig wie Gries, auch kleinkörnig gemustert (z.B.: Stoff)
griasln scheinheilig einschmeicheln
griawèg herzig oder lustig gemütlich, lieb, liebenswert
Griffè (m) Schreibwerkzeug für Schiefertafel, bzw. als Mehrzahl verwendet: die Finger
griggn schadenfroh vorzeigen ohne zu geben
Gugguklee (m) Waldsauerklee
Griif (m) Griff, aber auch: vorderer Stollen beim Hufeisen
Guhn (f) die Funken (vgl. auch Gahn")"
Grind (m) Kopf, Kälberausschlag, Räude, die Flecken macht
Guin - låß an Guin fôin (m) Gulden - sei nicht so kleinlich
grindèg dreckig, schorfig
Gummèradla, Gummèwagei (n) zweirädriger Handwagen
Grindl (n) Pflugbaum
Gumpèn (f) tiefere Wasserlache
Grindlsteckn (m) dicker Stempel mit Zapfen für ein Leggatter - vgl. Lucknstång, auch neugierige Person, die alles ergründen will, alles wissen will und dauernd nachfragt
Gunggl (f) große Kuhglocke oder ähnlicher Hohlkörper, bauchige Flasche
gringlat eingeringelt
gurètzn, gårètzn quietschen
gripfn juckende Stelle kratzen
Gurfè (f) böse Frau
Gutschewara (m) Hausierer, meist mit einem Bauchladen
Gwaag (f) Ausnützen der Hebelwirkung
gwaagn hebeln, biegen
gwaggètzn wenn ein Baby unruhig ist, z. B.: nach dem Aufwachen, gibt es derartige Geräusche von sich (noch nicht weinen!)
Gwahrii(d)l (m) Schneewächte
Gwamp (n) Eingeweide
gwåmpat und gweicht Redensart über einen dicken Priester; Gwåmpata = ein besonders dicker Mensch
Grischbei (n) kleiner, schmächtiger Mensch
Gwånd, Gwanddl (n) Gewand, Anzug
gwandtn kleiden, anziehen, einkleiden
griseid fein gemustert am Stoff (ähnlich wie Salz und Pfeffer-Muster")"
Gritschn (f) kümmerlicher Baum
gwåschat sehr dick, übergewichtig
Groà - die Groà dalånga (f) das erste zarte Grün nach dem Winter - bei Krankheit über dem Berg sein, Vitamine und Nährstoffe erhalten
Gwax (n) Gewächs
gweanggètzn wenn ein Baby unruhig ist, zappelt und Geräusche von sich gibt.
Groamat (n) Grummet, zweite Mahd
Gwéésch (n) frisch gedüngter Almboden, bzw. Almboden, wo immer die Gülle heinausgelassen wird
gwéna - gwéht sich gewöhnen - gewohnt sein
gwénggln brummeln, nörgeln
Gwì (m) Gewinn
gwiggètzn quietschen
Gwirg (n) umständliche Tätigkeit, bei der sich alles wehrt, Murks
Gwixta (m) a Gwixta ist ein durchtriebener Typ
grob - grob a netts Dianei grob als Steigerungsform: ein besonders, über alle Maßen nettes Mädchen
Gwôhra - gwôhn (m) Gespür, auch Taktgefühl - spüren
Gwoib (n) Gewölbe
gwôidèg gewaltig
gwôidtaarèg eigensinnig, halsstarrig, rechthaberisch, stur, das man auch gewaltsam durchgesetzen würde
Gwôidwoof (m) durchdringender, dominanter, beherrschender Mann - der Ausdruck leitet sich ab von einem Ritualmörder des 19. Jhdt.
Grobwedaårwétt (f) Arbeit unter Dach
gwôôhn bemerken, fühlen, spüren
Gwuhat (f) Gewohnheit
gsund und tôut ôàs sagt man, wenn jemand ohne Anzeichen plötzlich stirbt
Gegnd - nåcha guadè Nôcht schénè Gegnd, Pfiat Di God schénè Gegnd (f) Gegend - na dann gute Nacht schöne Gegend (als Ausdruck der Enttäuschung)
gschmoizn mit zerlassener Butter, aber auch: teuer, hochpreisig
gluhn glühen

Museums- und Kulturverein
St. Johann in Tirol


Link zur genaueren Erklärung der Laute

Sonderzeichen

å – ein dunkles „a“ wie in: Båss, Flåsch (Bass, Flasche).

é – ein geschlossenes „e“ wie bei: schéé, Bétt, (schön, Bett).

ô – ein dem „o“ angenähertes „å“, das im allgemeindeutschen Stammwort immer als „a“ geschrieben wird. Beispiele: Hôwan, Bôscht (Hafer, Bart).

à, è, ì, ò, ù – Nasallaute, die durch einen nach links geneigten Akzent gekennzeichnet werden, während die im allgemeindeutschen Stammwort nachfolgenden Buchstaben „m“ und „n“ nicht geschrieben werden. Beispiele: seì, toà, Krèè (sein, tun, Kren).

è – am Wortende und in Endsilben: ein verschlucktes bzw. dumpfes „i“, das dem „e“ näher kommt als dem „i.“ Beispiele: Épfè, trupfètzn, (Apfel, tropfen).

öi – eine Verschmelzung von „ö-i“ bzw. „e-ü.“ Es handelt sich um eine lautliche Umwandlung der hochdeutschen Silbe „-eld.“ Beispiele: Göid, Föid (Geld, Feld).